Revitalisierung im Herzen Tirols: Kitzbühler Paradieswiese wandelt sich zum Hochmoor
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Paradieswiese in Kitzbühel wird als Moorfläche renaturiert

Die trockengelegte Paradieswiese im Gemeindegebiet von Kitzbühel wird ab Herbst im Rahmen eines österreichweiten Projekts renaturiert. Auf einer Fläche von rund 7,5 Hektar soll ein funktionales Hochmoor entstehen.

Die Maßnahmen sind Teil des Projekts AMooRe („Austrian Moor Restoration“), in dessen Rahmen bis 2034 für Tirol 2,3 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Der Bezirk Kitzbühel zählt dabei zu den Schwerpunktbereichen.

Umbau einer ehemaligen Torfabbaufläche

Auf der Paradieswiese wurde bis in die 1950er Jahre Torf abgebaut, der als Heizmaterial für die Stadt Kitzbühel diente. Durch den jahrzehntelangen Torfabbau entstanden in der Fläche erhebliche Höhenunterschiede, zudem entwässern derzeit mehrere Gräben das Gebiet.

Zur Anhebung des Wasserstands sind zahlreiche Spundwände geplant, bestehende Entwässerungsgräben sollen geschlossen werden. Mit der Revitalisierung soll ein funktionales Hochmoor entstehen, die Moorwälder an den Rändern der Fläche sollen gestärkt und gesichert werden.

Begleitendes Monitoring und Forschung

Die geplante Revitalisierung wird durch ein Monitoring begleitet. Dabei sollen die gesetzten Maßnahmen laufend dokumentiert und deren Wirkung bewertet werden.

Mehrere Masterstudierende der Universität Innsbruck beschäftigen sich in ihren Abschlussarbeiten mit der Paradieswiese. Bodenproben werden am Institut für Geographie und am Institut für Botanik untersucht. Berichte und Fotos eines Zeitzeugen, der im Nahebereich des früheren Torfstichs aufgewachsen ist, fließen in eine wissenschaftliche Arbeit ein.

Informations- und Bildungsangebote im Bezirk

Der Wiederherstellungsprozess von Moorflächen im Bezirk Kitzbühel wird von einer Informations- und Bildungsinitiative begleitet, die in Zusammenarbeit mit dem Verein natopia umgesetzt wird. Für das laufende Jahr sind ein Schulprogramm mit Moorschwerpunkt, Fachexkursionen für Landwirtinnen und Landwirte sowie Vorträge und Exkursionen für die Bevölkerung in Kooperation mit dem Kitzbüheler Stadtmuseum geplant. Zum Start der Renaturierung der Paradieswiese ist ein „Torf-Fest“ vorgesehen.

Das Museum Kitzbühel widmet sich dem Projekt AMooRe zudem in einer Ausstellung zum Schwarzsee, die im Mai beginnt.

Weitere Moorprojekte in Tirol

Neben der Paradieswiese werden im Bezirk Kitzbühel auch Moorflächen in den angrenzenden Gemeindegebieten von Oberndorf und Waidring revitalisiert. Insgesamt sind im Bezirk mehr als 20 Hektar Moorflächen für Maßnahmen im Rahmen von AMooRe fixiert und teilweise bereits umgesetzt. Diese Angabe stammt von Umweltlandesrat Rene Zumtobel (SPÖ).

In Tirol wurden von 2020 bis 2025 rund 16 Hektar Moore renaturiert. Bis inklusive 2028 sind mindestens weitere 112 Hektar Moorrenaturierungen vorgesehen. Für die kommenden Jahre liegen im Rahmen von AMooRe bereits Vorhaben über mehr als 100 Hektar Moorflächen vor. Im Bezirk Kitzbühel zeichnen sich weitere geeignete Flächen für Moorrenaturierungen ab.