Revitalisierung in der Steiermark: Große Pläne für das Grazer Stadion Liebenau, ohne massive Erweiterung
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Vertiefte Machbarkeitsstudie für Modernisierung des Stadions Liebenau liegt vor

Für das Grazer Stadion Liebenau liegt eine vertiefte Machbarkeitsstudie zur Modernisierung vor. Die Untersuchung wurde unter Leitung der Stadtbaudirektion Graz erarbeitet und ist mit den Vereinen SK Sturm Graz und GAK 1902 abgestimmt.

Die Stadt Graz teilte mit, dass die vertiefte Machbarkeitsstudie mit 11. Mai zeitgerecht abgeschlossen werde. Die Studie stellt eine technische Machbarkeitsprüfung dar und knüpft an eine erste Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025 an.

Konzept: Tiefgreifender Zu- und Umbau ohne massive Erweiterung

Geplant ist ein tiefgreifender Zu- und Umbau des bestehenden Stadions Liebenau. Eine massive Erweiterung ist nicht vorgesehen, große Teile der heutigen Stadionstruktur – insbesondere die Tribünen im Norden, Osten und Süden inklusive Dach – sollen erhalten bleiben. Kostspielige Grundstückankäufe sind laut Studie nicht notwendig.

Gemeinsam mit den Vereinen wurde ein schlankeres, aber weiterhin leistungsfähiges Stadionkonzept entwickelt. Die vertiefte Untersuchung konzentriert sich darauf, was innerhalb des vorgegebenen Budgets tatsächlich umsetzbar ist. Die Studie geht von Kosten von maximal 60 Millionen Euro für die Umgestaltung aus, die nicht überschritten werden müssen.

Kapazität, Nutzung und Infrastruktur

Das modernisierte Stadion Liebenau soll für Bundesliga-Bewerbe und internationale UEFA-Bewerbe geeignet sein. Vorgesehen sind rund 15.700 Sitzplätze. Durch flexible Steh- und Sitzplatzlösungen soll die Kapazität auf etwa 20.100 Plätze erweitert werden können.

Das Stadion Liebenau soll weiterhin die gemeinsame Heimstätte von SK Sturm Graz und GAK 1902 bleiben. Laut Stadt soll die vertiefte Machbarkeitsstudie zeigen, dass viele zentrale Anforderungen des modernen Profifußballs erfüllt werden können und internationale Spiele weiterhin möglich bleiben.

Die Infrastruktur im Stadion soll deutlich verbessert werden. Vorgesehen sind neue Kiosk-, Sanitär- und Gastrobereiche sowie ein barrierefreier Ausbau. Fanströme und Gästesektoren sollen besser getrennt werden. Schallschutzmaßnahmen sind ebenso geplant wie eine umfassende technische Modernisierung mit neuen Medien- und Kamerabereichen. Die haustechnische und elektrotechnische Infrastruktur soll umfassend erneuert werden.

Hospitality-Bereich und Spielfeld

Beim Thema Hospitality ist ein Ausbau geplant. Ein neuer Hospitality- und Skyboxbereich soll rund 1.700 Personen fassen. Durch die Absenkung des Spielfeldes und den Wegfall des Stadiongrabens soll laut Studie mehr Stadionatmosphäre geschaffen werden.

Beteiligte und weiterer Prozess

An der Studie wirkten neben der Stadtbaudirektion die Stadion Graz Liebenau GmbH sowie externe Fachkonsulenten mit, darunter das Architekturbüro Wimmer ZT GmbH. Die Vereine SK Sturm Graz und GAK 1902 waren eingebunden. Der Prozess zur Erarbeitung der Studie wurde von einem Lenkungsausschuss mit Vertretern aller relevanten Stellen begleitet.

Detailfragen zu Genehmigungen und Bewilligungsverfahren können erst in weiteren Planungsschritten beurteilt werden. Die Stadt geht davon aus, dass Anforderungen an ein modernes Fußballstadion mit dem Projekt erfüllt werden sollen.

Politische Bewertung und nächste Schritte

Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) bezeichnet die nun vorliegende Lösung als das, was für die Stadt mit großer Kraftanstrengung machbar sei. Sie erklärte, dass die Vorbereitung des schlanken Umbaukonzepts abgeschlossen sei und einem Grundsatzbeschluss im Gemeinderat nichts mehr im Wege stehe. Zugleich betonte sie, es werde noch ein solides Betriebskonzept und das Land als Partner benötigt.

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner wird mit der Aussage zitiert, dass es für starke Fußballvereine in Graz eine moderne Infrastruktur brauche. Es sei eine gemeinsame, finanzierbare und UEFA-taugliche Lösung erarbeitet worden. Die Stadt sei bereit, ihren Beitrag zu leisten, nun sei das Land gefordert.

Stadtbaudirektor Bertram Werle spricht von einer Chance für einen Neustart des Stadions Liebenau nach knapp 30 Jahren. Trotz eines sportlichen Budgetrahmens sei gemeinsam mit den Vereinen eine technisch optimale Perspektive für den Grazer Fußball geschaffen worden.

Im kommenden Gemeinderat soll ein Grundsatzbeschluss für die weitere Projektentwicklung zum Stadion Liebenau gefasst werden. Die Finanzdirektion soll gemeinsam mit dem Land Steiermark, den Vereinen und der Stadion Graz Liebenau GmbH die wirtschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Betriebskonzept erarbeiten und notwendige vertragliche Rahmenbedingungen sowie Nutzungsrechte vorbereiten. Die Stadtbaudirektion soll auf Basis der Machbarkeitsstudie und der wirtschaftlichen Vorgaben einen Planungsbeschluss für Herbst 2026 vorbereiten.