Neues Ortungssystem für Rettungseinsätze unter Tage entwickelt
Forschende der TU Graz und der Montanuniversität Leoben arbeiten gemeinsam an einem Navigationssystem, das Rettungskräfte bei Einsätzen in unterirdischen Anlagen unterstützen soll. Mit dem System wurden bereits erste positive Tests durchgeführt.
Das System dient der genauen Positionsbestimmung von Einsatzkräften und technischen Assistenzsystemen, wenn in unterirdischen Bereichen die technische Infrastruktur wie Licht, Strom, WLAN oder GNSS-Signale ausgefallen ist.
Kooperationsprojekt mit Robotik und Ultrabreitband-Netzwerk
Das Navigationssystem wird unter der Leitung der Montanuniversität Leoben entwickelt. Beteiligt sind die TU Graz, ein Grazer Softwareentwickler und das Bundesministerium für Landesverteidigung. Projektleiter ist Philipp Berglez von der TU Graz.
Herzstück des Systems ist ein Roboter, der die Gegebenheiten unter Tage erkundet. Er ist mit einem Laserscanner, einer Kamera und Radarsensoren ausgestattet und erstellt daraus eine aktuelle Karte seiner Umgebung. Diese Karte wird über ein selbst errichtetes Ultrabreitband-Netzwerk an nachrückende menschliche Rettungskräfte übermittelt.
Die Karte visualisiert die Position aller am Einsatz beteiligten Personen und Systeme. Laut Philipp Berglez kann der Standort jeder einzelnen Person mit dem System bis auf einen Meter bestimmt werden.
Spezialsensoren an Schuhen und KI-Analyse
Einsatzkräfte tragen Sensoren an den Schuhen, die Bewegungen wie Laufen, Kriechen oder Robben mithilfe von KI-Analyse unterscheiden können. Wenn Roboter oder Menschen denselben Ort zu unterschiedlichen Zeiten passieren, werden ihre Daten miteinander verknüpft. Auf diese Weise soll die Karte kontinuierlich verbessert werden.
Feldversuche und nächste Entwicklungsschritte
Im August 2025 fanden im „Zentrum am Berg“ in Eisenerz Feldversuche statt, bei denen das Zusammenspiel der Subsysteme des Ortungssystems erprobt wurde. Nach Angaben von Philipp Berglez hat der entwickelte Prototyp dabei seine Einsatzbereitschaft bewiesen.
Das Entwicklungsteam plant, das System weiter zu verbessern und robuster zu machen, damit es unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert. In einem weiteren Schritt soll das System um Mini-Drohnen erweitert werden, die zusätzliche Daten aus der Höhe liefern sollen.








