Rondo Ganahl reagiert auf Ablehnung des Reststoff-Kraftwerks in Frastanz
Die Gemeinde Frastanz hat vergangene Woche eine negative Stellungnahme zum geplanten Reststoff-Kraftwerk des Verpackungsherstellers Rondo Ganahl abgegeben. Das Unternehmen mit Sitz in Frastanz hat darauf am Montagnachmittag mit einer schriftlichen Stellungnahme reagiert.
In dem Schreiben hält Rondo Ganahl fest, dass die Gemeinde das als Zukunftsprojekt bezeichnete Vorhaben offiziell ablehnt. Nach Angaben des Unternehmens erfuhr Rondo Ganahl von der Entscheidung der Gemeinde über die Medien.
Reaktion des Unternehmens
Vorstandsvorsitzender Hubert Marte äußert sich in der Aussendung enttäuscht über die Entscheidung der Gemeinde Frastanz. Zugleich kündigt das Unternehmen an, künftig nicht mehr an großen politischen Veranstaltungen wie der Informationsveranstaltung des Grünen Landtagsklubs teilzunehmen.
Trotz der angekündigten Zurückhaltung bei politischen Terminen erklärt Rondo Ganahl, weiterhin für sachliche Gespräche offen zu bleiben. Das Unternehmen gibt an, Wert auf Ressourcenschonung sowie auf einen geschlossenen Recyclingkreislauf innerhalb der Unternehmensgruppe zu legen.
Stand des UVP-Verfahrens
Das Projekt des geplanten Reststoff-Kraftwerks befindet sich derzeit in einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Im Rahmen dieser Prüfung werden alle Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit laut Darstellung unabhängig untersucht. Rondo Ganahl hat sich freiwillig einem UVP-Verfahren unterzogen.
Gegner des Projektes haben beim Bundesverwaltungsgericht eine neuerliche Beurteilung des Projekts durch das Land erwirkt. Hubert Marte zeigt sich zuversichtlich, dass das UVP-Verfahren Rechtssicherheit für alle Beteiligten schaffen wird.
Rolle der Gemeinde Frastanz im Verfahren
Die Gemeinde Frastanz hat im UVP-Verfahren zum Reststoff-Kraftwerk eine Parteistellung. Verfassungsjurist Peter Bußjäger erklärt, der Gemeinde sei im Verfahren rechtliches Gehör zu gewähren. Sie könne auch zu weiteren Ermittlungsergebnissen, etwa zu Gutachten, erneut Stellung nehmen.
Außerdem kann die Gemeinde Frastanz nach Darstellung Bußjägers gegen einen allfälligen Genehmigungsbescheid Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erheben. Demnach könne die Gemeinde das Projekt verzögern oder zu Fall bringen. Zugleich gilt nach seinen Angaben, dass das Kraftwerk bei einem positiven UVP-Bescheid genehmigt werden muss.
Unternehmen Rondo Ganahl
Die Rondo Ganahl AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Frastanz. Es ist auf die Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe und Faserguss sowie auf Altpapier-Verwertung spezialisiert.
Das Unternehmen beschäftigt über 1.800 Mitarbeitende in Österreich, Deutschland, Ungarn und Rumänien.








