Innsbruck plant Comeback der Oberleitungsbusse
In Innsbruck soll die derzeitige Stadtbusflotte schrittweise auf elektrische Antriebe umgestellt werden. Die Stadt setzt dabei auf Trolleybusse, die sich während der Fahrt auf einem Teil der Strecke über Oberleitungen aufladen.
Aktuell sind in Innsbruck mehr als 100 Dieselbusse im Einsatz. Der Ersatz dieser Fahrzeuge durch elektrische Busse soll sukzessive erfolgen, um die Anforderungen europäischer Vorgaben zu erfüllen.
Erste Bestellung und technische Ausrichtung
Die ersten 20 elektrischen Busse sollen im Mai bestellt werden. Geplant ist der Einsatz sogenannter Streckenlader oder Trolleys mit kleineren Batterien, die ihre Energieversorgung teilweise über Oberleitungen beziehen.
Die neuen Fahrzeuge sollen nach den derzeitigen Planungen bis zu 220 Fahrgäste transportieren können. Oberleitungsbusse waren in Innsbruck bereits in den 1970er-Jahren im Einsatz und sollen nun wieder ins Stadtbild zurückkehren.
Investitionen und Förderung
Für die Anschaffung der ersten 20 Trolleybusse und den Aufbau der notwendigen Infrastruktur werden in Innsbruck rund 46 Millionen Euro veranschlagt. Etwa die Hälfte dieser Summe soll als Einmalzahlung vom Verkehrsministerium gefördert werden. Nach Angaben der Innsbrucker Mobilitätsstadträtin Janine Bex liegt für diese Förderung bereits eine Zusage vor.
Für die Umsetzung ist in der Stadt großflächig der Bau neuer Oberleitungen vorgesehen. Die ersten neuen Oberleitungsbusse sollen nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2029 einsatzbereit sein. Die Stadt will die ersten Trolleybusse gezielt auf stark frequentierten Linien einsetzen.
Erfahrungen aus Winterthur und EU-Vorgaben
Für die Konzeption der Trolleybus-Pläne in Innsbruck wurden Ideen aus Winterthur in der Schweiz herangezogen. Dort wird die Busflotte seit einigen Jahren mit Trolleybussen erneuert, wofür insgesamt 110 Millionen Franken investiert werden.
Hintergrund der Umstellung sind EU-Vorgaben für saubere Antriebstechnologien im öffentlichen Verkehr. Bis 2030 müssen mindestens 65 Prozent aller neu beschafften Busse über eine saubere Antriebstechnologie verfügen. Ab 2035 sollen alle neuen Stadtbusse emissionsfrei sein.
Wird die Vorgabe für saubere Antriebe bei neu beschafften Bussen nicht erfüllt, drohen laut Bericht Strafzahlungen von bis zu 225.000 Euro pro Bus.








