Prävention von Stürzen und Pflegebedürftigkeit im Alter in Österreich
In Österreich stürzen laut einem Bericht von steiermark.ORF.at jedes Jahr bis zu einer Million Menschen über 65 Jahre. Rund ein Viertel dieser Stürze ist demnach medizinisch behandlungsbedürftig. Im Jahr 2024 wurden etwa 9.800 Hüftfrakturen mit Krankenhausaufenthalt verzeichnet, die im Artikel als oft lebensverändernde Verletzungen beschrieben werden.
Experten, darunter die Geriaterin Regina Roller-Wirnsberger von der Medizinischen Universität Graz, betonen laut Bericht die Bedeutung frühzeitiger Prävention, um Pflegebedürftigkeit im Alter zu reduzieren. Als zentrale Risiken werden Stürze, Gebrechlichkeit („Frailty“) und der Verlust von Selbstständigkeit genannt.
Roller-Wirnsberger beschreibt die Entwicklung von Gebrechlichkeit als Schlüssel zur Versorgungs- und Abhängigkeitssituation im Alter. Die zugrunde liegenden Veränderungen, die zur Gebrechlichkeit führen, seien aus ihrer Sicht medizinisch sehr früh erkennbar und bei rechtzeitiger Intervention reversibel. Der Artikel führt aus, dass viel verhindert werden könne, wenn Risiken wie Stürze, Gebrechlichkeit und Verlust von Selbstständigkeit früh erkannt und ihnen gezielt entgegengewirkt werde.
In der Steiermark werden im Bericht Defizite bei der frühen Erkennung und Prävention dieser Risiken genannt. Es wird dargestellt, dass in Österreich insgesamt oft erst spät eingegriffen werde, häufig erst dann, wenn Menschen ihre Selbstständigkeit bereits verloren haben. Als weitere Probleme werden eine oft nicht ausreichend organisierte Betreuung nach Krankenhausaufenthalten, fehlende oder unzureichende Reha-Angebote und eine fehlende durchgehende Betreuung nach dem Spital angeführt. Roller-Wirnsberger fordert in diesem Zusammenhang, Rehabilitation müsse als Form der Prävention verstanden werden.
Der Artikel verweist zudem auf andere Länder, etwa Finnland und Schweden, die bei Früherkennung und Versorgung älterer Menschen weiter entwickelt seien. Dort komme die Finanzierung der Versorgung laut Darstellung aus einer Hand, und es gebe klare Versorgungsprozesse und -wege. Als weiterer Punkt wird die stärkere Digitalisierung genannt, durch die Informationen zwischen Spitälern, Pflege und anderen Berufsgruppen besser weitergegeben würden. In Österreich fehle eine solche strukturierte Informationsweitergabe laut Bericht häufig.
Offene Punkte
Aus dem Artikel geht nicht hervor, auf welche Datengrundlagen sich die Angabe von bis zu einer Million Stürzen pro Jahr und die rund 9.800 Hüftfrakturen mit Krankenhausaufenthalt im Jahr 2024 stützen. Ebenso bleibt unklar, nach welchen Kriterien Stürze als medizinisch behandlungsbedürftig eingestuft werden. Der Bericht führt zudem nicht im Detail aus, welche konkreten Strukturen oder Programme in der Steiermark fehlen. Die Einschätzungen zu Defiziten in Österreich und zu weiter entwickelten Strukturen in skandinavischen Ländern werden im Text im Wesentlichen über die Aussagen von Regina Roller-Wirnsberger wiedergegeben, ohne zusätzliche Daten oder Studien zu nennen.








