Automatenshops gewinnen an Bedeutung im heimischen Handel
Automatenshops, die ohne Personal vor Ort auskommen und rund um die Uhr geöffnet sind, breiten sich zunehmend aus. Sie werden sowohl im klassischen Handel als auch in der Gastronomie eingesetzt.
Eine von Marketagent durchgeführte Umfrage zeigt, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten das Angebot bereits kennen und teilweise nutzen. Die Ergebnisse der Erhebung wurden im April veröffentlicht.
Hoher Bekanntheitsgrad, begrenzte Nutzung
Laut Marketagent gaben 93 Prozent der Befragten an, Automatenshops zu kennen. 29 Prozent nutzten bereits einen Automaten für einen Einkauf. 54 Prozent wären grundsätzlich bereit, bei Automatenshops einzukaufen.
In der Linzer Innenstadt gibt es mittlerweile viele dieser Shops. Jürgen Landerl-Brameshuber, Standortmanager des Linzer City Rings, bezeichnet sie als mögliche Ergänzung zum klassischen Einzelhandel. Zugleich betont er, dass die Innenstadt Menschen brauche und dass Vielfalt und Erlebnis mit Menschen und nicht mit Automaten leben.
Personalmangel und neue Einkaufsalternativen
Martin Sonntag, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, verweist auf Statistiken, denen zufolge es bis 2040 in Oberösterreich 21 Prozent weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel geben wird. Er bezeichnet Automaten als Alternativen für einen Einkauf.
Auch in der Gastronomie werden Automatenshops eingesetzt, etwa für den rund-um-die-Uhr-Bezug von Pizza. Im nicht-urbanen Bereich hebt Michael Reisinger, Verkaufsleiter von Fertiggericht-Automaten aus Rottenbach bei Haag, Vorteile dieser Lösungen hervor. Er erklärt, dass es dort keinen Lieferdienst gebe, der Essen bringt, man sich aber ein warmes Essen aus dem Automaten holen könne.
Investitionskosten und Sortimentsausweitung
Ein Pizzaautomat kostet etwa 56.000 Euro. Ein klassischer Automat mit Snacks und Getränken ist laut Reisinger als Basisgerät ab rund 8.000 Euro erhältlich. Je nach Ausführung können die Kosten für einen Snack- und Getränkeautomaten bis etwa 13.000 bis 15.000 Euro reichen.
Das Angebot in Automaten wird laufend erweitert. Neben klassischen Produkten wie Snacks und Getränken werden zunehmend auch Waren wie Hundefutter angeboten. In einzelnen Automaten finden sich zudem spezielle Artikel wie abgefüllte Hallstätter Luft in Dosen.
Regulatorische Rahmenbedingungen
In Österreich dürfen Nikotinprodukte über Automaten nur noch von Trafikanten verkauft werden. Vertreter der Automatenbranche sehen diese Regelung als Dämpfer für das Geschäft.








