Salzburg setzt Maßstäbe: Ausbau der Unterstützung für ME/CFS-Patienten und deren Angehörige
Dieses Thema Freunden empfehlen

Salzburg baut Unterstützung für ME/CFS-Betroffene und Angehörige aus

Das Land Salzburg arbeitet daran, die Versorgung von Menschen mit ME/CFS und deren Angehörigen zu verbessern. Grundlage sind Feststellungen der zuständigen Sozialabteilung, wonach bestehende Unterstützungsangebote für Angehörige nicht ausreichend greifen.

ME/CFS wird als relativ neuartige Erkrankung beschrieben, die sich unter anderem durch schwere Entkräftung, Schlafstörungen, Schmerzen sowie grippeähnliche und infektartige Symptome äußern kann.

Neues Schulungsprojekt nach Wiener Vorbild

Die Grünen haben vorgeschlagen, ein Projekt der Wiener Caritas Socialis in Salzburg umzusetzen. Dabei sollen Hospiz- und Trauerbegleiterinnen zusätzlich geschult werden, um spezielle Kompetenzen im Umgang mit ME/CFS zu erwerben. Aus Wien wurde signalisiert, dass man das Vorhaben in Salzburg unterstützen und begleiten wolle. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Kimbie Humer-Vogl, wird in diesem Zusammenhang genannt.

In Salzburg soll die Hospiz-Bewegung das Schulungsprogramm übernehmen. Geschäftsführer Christof Eisl will in erster Linie bestehende Ehrenamtliche weiterbilden. Im bisherigen Hospiz- und Palliativbereich steht laut Darstellung vor allem die Vermittlung von Lebensfreude und Lebensqualität im Mittelpunkt. Bei ME/CFS-Klientinnen und -Klienten bestehe dagegen oft im Nichtstun und in der Nichtbegegnung die beste Hilfe, wird Eisl zitiert.

Kostenübernahme und weitere Planung

Die Weiterbildungen sollen 450 Euro pro Person kosten. Diese Kosten soll das Land Salzburg übernehmen. Im Zusammenhang mit der Kostenübernahme wird Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) genannt. Der Antrag der Grünen zur Umsetzung des Projekts wurde im Landtag einstimmig beschlossen.

Als erster Schritt ist die Weiterbildung der beteiligten Personen vorgesehen. Auf Dauer will die Hospiz-Bewegung mobile Dienste koordinieren und sozialarbeiterische Leistungen übernehmen. Eisl plant, dabei auf bereits bestehenden Netzwerken engagierter Angehöriger aufzubauen.

Verknüpfung mit neuer Anlaufstelle

Als wichtig gilt die Verknüpfung mit einer im Aufbau befindlichen ME/CFS-Anlaufstelle des Landes Salzburg, die als erste ihrer Art in Österreich beschrieben wird. Mit der Unterstützung von Angehörigen will das Land Salzburg seine Vorreiterrolle im Bereich ME/CFS ausbauen.