Salzburger Unternehmen sehen Chancen im wachsenden Rüstungsmarkt
Salzburger Betriebe wollen künftig stärker vom weltweiten Rüstungsboom profitieren. Vor allem Unternehmen im Bereich der Sicherheitstechnologie richten ihr Angebot verstärkt auf das wachsende Segment der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie aus.
Hintergrund sind steigende Rüstungsausgaben infolge geopolitischer Unsicherheiten. Die Verteidigungsbudgets der EU-Mitgliedstaaten sollen bis 2030 jährlich um zehn Prozent wachsen. Von diesen Ausgaben profitieren nach Angaben aus der Wirtschaft nicht nur große Rüstungskonzerne, sondern auch heimische Zulieferer und andere Unternehmen.
Dual-Use-Produkte statt klassischer Rüstungsdeals
Klassische Rüstungsdeals spielen für die meisten Salzburger Unternehmen aufgrund ihrer Komplexität derzeit keine zentrale Rolle. Viele Betriebe setzen stattdessen auf sogenannte Dual-Use-Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können.
Für diese Dual-Use-Güter gelten aktuell strenge und oft langwierige Prüfverfahren, die dem Schutz der nationalen Sicherheit dienen. Die Wirtschaftskammer Salzburg fordert eine Beschleunigung der Prüf- und Genehmigungsverfahren. Nach Angaben von Thomas Albrecht, Leiter des Bereiches Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg, können Prüfungen für Dual-Use-Exporte zum Teil mehrere Jahre dauern. Albrecht zufolge können langwierige Verfahren teilweise dazu führen, dass heimische Unternehmen von ausländischer Konkurrenz ausgestochen werden.
Rund 60 Salzburger Wirtschaftstreibende informierten sich im WIFI über Marktchancen im Rüstungsbereich und die Rahmenbedingungen für entsprechende Geschäfte.
Palfinger und dForce als Beispiele
Zu den Unternehmen mit Berührungspunkten zum Rüstungsmarkt zählt der Flachgauer Kranhersteller Palfinger mit Sitz in Bergheim. Das Unternehmen wird als Weltmarktführer beschrieben und erzielt laut eigenen Angaben rund fünf Prozent des Umsatzes im Rüstungsbereich. Klaus Schreiber, Vertriebsleiter von Palfinger Marine, verweist darauf, dass Aufträge im Rüstungsbereich im Gegensatz zum Standardgeschäft extrem langläufig seien. Es handle sich um Ausschreibungen, die vier bis fünf Jahre dauern könnten und mit sehr vielen Änderungen verbunden seien.
Als weiteres Beispiel wird das Startup dForce aus dem Oberpinzgau genannt. Das Unternehmen entwickelt in Neukirchen am Großvenediger eine Software, die Drohnen per Update vollständig autonom machen soll. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen Drohnen damit vollständig autonom fliegen können und gegen herkömmliche Drohnenabwehr durch Signalstörung immun sein. Die Software gilt als Dual-Use-Produkt.
Der Export dieser Software gestaltet sich nach Angaben von Geschäftsführer Andreas Perotti schwierig. Zuständig für die Exportfreigabe ist das österreichische Wirtschaftsministerium, Innen- und Außenministerium haben dabei beratende Funktionen. Die Software darf nicht ohne Genehmigung exportiert werden.








