Sanierung der historischen Wehrmauer in Salzburg: Millionenprojekt mit archäologischer Begleitung geplant
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Stadt Salzburg saniert Wehrmauer beim Bürgermeisterloch

Die Stadt Salzburg plant die umfassende Sanierung der ehemaligen Wehrmauer beim Bürgermeisterloch am Mönchsberg. Für das Projekt sind mehr als eine Million Euro vorgesehen.

Die Arbeiten sollen im Juni beginnen und sind von Juni 2026 bis Herbst 2027 angesetzt. In diesem Zeitraum werden mehrere beliebte Spazierwege in dem Bereich großräumig gesperrt.

Finanzierung und Beschlusslage

Der Kostenrahmen für das Projekt beträgt 1,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind neben der eigentlichen Bausumme auch Nebenkosten für Bauleitung und Baukoordination sowie eine Reserve für nicht absehbare zusätzliche Baumaßnahmen.

Der Bauausschuss der Stadt Salzburg hat diesen Kostenrahmen einstimmig angenommen. Vorsitzender des Bauausschusses im Gemeinderat ist Sebastian Lankes (SPÖ). Die endgültige Beschlussfassung des Projekts muss noch im Stadtsenat erfolgen.

Umfang und Methoden der Sanierung

Die Wehrmauer im Bereich des Bürgermeisterlochs besteht aus Abschnitten mit unterschiedlichem Erhaltungszustand. Bei der Sanierung kommen vier verschiedene Techniken zum Einsatz, darunter eine oberflächliche Mauersanierung, die Abtragung und der Wiederaufbau sowie die Restaurierung von Architekturteilen.

Mehrere Abschnitte der Wehrmauer müssen in Teilen abgetragen und komplett neu aufgebaut werden. Lose Mauerquader und Steine der Außenschale werden schonend entfernt und fachgerecht wiederhergestellt.

Zum Projekt gehört außerdem die Restaurierung eines steinernen Wappens und einer Inschriftentafel. Die Arbeiten an der historischen Bausubstanz werden von Archäologen begleitet.

Archäologische Begleitung und Abstimmung mit Behörden

Im Bereich des Bürgermeisterlochs werden archäologisch wertvolle Mauerreste erwartet. Sämtliche Arbeiten müssen daher archäologisch begleitet und dokumentiert werden.

Die Sanierung erfolgt in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden, insbesondere mit dem Bundesdenkmalamt.

Hintergrund zum Bürgermeisterloch

Der Salzburger Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens ließ 1863 ein Tor durch die Wehrmauer anlegen, an der Stelle, die später als Bürgermeisterloch bezeichnet wurde. Er lebte von 1811 bis 1872 und war Bewohner der Brunnhausgasse.

Den neuen Durchlass nutzte Heinrich Ritter von Mertens für seinen täglichen Fußweg zur Arbeit ins Rathaus. Der Spitzname „Bürgermeisterloch“ bezieht sich auf diesen Durchlass durch die Wehrmauer.