Sanierungsfahrplan Vorarlberg: Von 614 Brücken, sind 67 in schlechtem Zustand und eine nicht genügend
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Zustand der Straßenbrücken in Vorarlberg und geplante Sanierungen

In Vorarlberg werden derzeit Zustand und Erhaltung der Straßenbrücken umfassend bewertet und schrittweise saniert. Von insgesamt 614 Brücken gelten nach Angaben des Landes 67 als in schlechtem Zustand und sind mit der Schulnote „genügend“ eingestuft.

Eine Brücke – die Brücke „Wiesenrain“ an der L44 in Lustenau – ist als einzige mit „nicht genügend“ bewertet und nur eingeschränkt nutzbar. Für sie sind bereits Entlastungsmaßnahmen und eine Generalsanierung vorgesehen.

Bewertung und Beispiele für sanierungsbedürftige Brücken

Die Einstufung der Brücken mit der Note „genügend“ wird vom Büro des Landesstatthalters Christof Bitschi vorgenommen. Als Beispiele für Brücken in diesem Zustand werden unter anderem die Völkenbrücke in Hittisau, die Gläser- und Sägetobelbrücke in Laterns, die Lutzbrücke in Ludesch bzw. Thüringen, die Bregenzerachbrücke in Mellau, die Seebachbrücke in Schröcken sowie die Schanztobelbrücke in Mittelberg genannt. Diese Bauwerke weisen demnach Mängel auf, gelten aber als weiterhin tragfähig.

Die Kehrenbrücke in Sonntag wird ebenfalls als Brücke in schlechtem Zustand beschrieben. Für sie hat die Landesregierung die Sanierung an der Faschinastraße beauftragt. Der Auftrag mit einem Volumen von knapp 1,9 Millionen Euro ging an die STRABAG. Im Zuge der Arbeiten sollen das Bauwerk selbst, der Belag und die Beleuchtung erneuert werden.

Brücke „Wiesenrain“ in Lustenau

Die Brücke „Wiesenrain“ an der L44 in Lustenau ist laut Büro des Landesstatthalters die einzige Brücke im Land mit der Note „nicht genügend“. Sie ist derzeit nur eingeschränkt nutzbar. Zur Entlastung laufen Instandsetzungsarbeiten, die die Zeit bis 2030 überbrücken sollen. Für 2030 ist dort eine Generalsanierung geplant.

Bisherige und laufende Sanierungsprojekte

In den vergangenen fünf Jahren wurden in Vorarlberg 28 Brücken saniert. Die Liste reicht von Bauwerken in Vandans über St. Gerold bis Höchst. Zu den sanierten Brücken zählen unter anderem die L26 Fluhbrücke in Egg, die L51 Tiefenbachbrücke in Laterns, die L55 Frutzbrücke in Koblach, die L67 Saminabrücke in Frastanz, die L81 Illbrücke in Nüziders sowie die L83 Illbrücke, die Rellsbachbrücke und die Auenlatschbachbrücke in Vandans. Ebenfalls saniert wurden die L90 Seebergtobelbrücke in Sonntag, die L93 Hölltobelbrücke in St. Gerold sowie der Neubau der Rheinbrücke Hard-Fussach (L202) in Höchst.

Aktuell laufen Sanierungen an mehreren großen Brückenverbindungen: betroffen sind die Rheinbrücke Koblach-Montlingen, die Rheinbrücke Lustenau-Widnau, die Montfortbrücke in Feldkirch sowie die Hangbrücke in Blons.

Mittelfristige Planung für weitere Brücken

Nach dem Bauprogramm der Abteilung Straßenbau im Land Vorarlberg sind in den kommenden Jahren weitere 30 Brückensanierungen vorgesehen. In einer mittelfristigen Planung sind zahlreiche konkrete Projekte aufgelistet. Dazu zählen unter anderem die Kusterbergbrücke in Kennelbach (L2), die Völkenbrücke in Hittisau (L5), die Hangbrücke Wanne in Lochau (L11), die Gschwendbrücke und die Alte Gschwendbrücke bei Sulzberg–Riefensberg (L21), die Florbachbrücke in Thüringerberg (L54), die Rappentobelbrücke in Bürserberg (L82), die Daleubrücke in Brand (L82), die Grenztobelbrücke bei Raggal-Sonntag (L88), die Illbrücke Badmunt in St. Gallenkirch (L192) sowie die Lutzbrücke in Ludesch-Thüringen (L193).

In der mittelfristigen Planung ist außerdem eine Instandsetzung der Kehrenbrücke in Sonntag (L193, km 19,90–20,44), der Bregenzerachbrücke in Mellau (L200, km 31,25–31,42) sowie der Seebachbrücke 1, der Unterbodenbrücke und der Seebachbrücke 2 in Schröcken (L200) vorgesehen. Ebenfalls geplant sind Arbeiten an der Schanztobelbrücke in Mittelberg (L201, km 0,00–0,025) und eine Erneuerung der Diepoldsauerkanalbrücke in Lustenau (L203, km 7,544–7,566).

Strategie, Inspektionen und Investitionen

Nach Angaben des Büros von Landesstatthalter Christof Bitschi ist ein bereits schlechter Zustand nicht Voraussetzung dafür, dass eine Brücke in das Instandhaltungsprogramm aufgenommen wird. Ziel sei es, Brückentragwerke rechtzeitig instand zu setzen, bevor sich ihr Zustand erheblich verschlechtert oder die Tragfähigkeit eingeschränkt wird. Der geeignete Zeitpunkt für solche Maßnahmen wird demnach im Rahmen laufender Brückeninspektionen ermittelt.

Für die Jahre 2026 bis 2030 werden geplante Investitionen für Brücken von zwischen 12,6 und 17,5 Millionen Euro genannt. Für das Jahr 2024 wurde als Ziel eine jährliche Investitionssumme von 20 Millionen Euro für Brücken angegeben. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Investitionssummen je nach Aufwand, notwendigen Ressourcen und Dauer der Bewilligungsverfahren stark variieren können.