Schulbetreuung in Salzburg: Weniger Ganztagsschulen, mehr betreute Kinder
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Weniger Ganztagsschulstandorte in Salzburg, mehr betreute Kinder

In Salzburg ist die Zahl der Standorte mit Ganztagsschulen im laufenden Schuljahr zurückgegangen. Gleichzeitig werden mehr Schülerinnen und Schüler in Ganztagsbetreuung betreut.

Im vergangenen Schuljahr gab es an 64 Prozent der Schulstandorte im Bundesland Salzburg Ganztagsschulen, im laufenden Schuljahr sind es 54 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Anfrage der Grünen an das Bildungsministerium.

Unterschiedliche Einschätzungen zur Entwicklung

Das Bildungsressort bestätigt den Rückgang der Zahl der Ganztagsschulstandorte in Salzburg. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des Ressorts mehr betreute Schülerinnen und Schüler: Im vergangenen Schuljahr wurden 9.605 Kinder in Ganztagsbetreuung betreut, im laufenden Schuljahr sind es 9.747.

Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) erklärt, dass die Zahl der Standorte für Ganztagsschulen zwar gesunken ist, aber weniger stark als dargestellt. Sie verweist darauf, dass es mehr Gruppen in der Ganztagsbetreuung gebe und dass es Zusammenlegungen gegeben habe.

Simon Heilig-Hofbauer, Bildungssprecher der Grünen, nennt als Ziel, den Anteil der Standorte mit Ganztagsschulen bis 2033 auf 85 Prozent zu erhöhen.

Beispiele aus Gemeinden und finanzielle Fragen

In der Gemeinde Ebenau im Flachgau müssen nach Angaben vor Ort täglich 25 bis 30 Kinder betreut werden. Bürgermeister Johannes Fürstaller (ÖVP) spricht von einer finanziellen Belastung für die Gemeinde durch die Betreuung. Er nennt als mögliche Maßnahmen eine zusätzliche Förderung oder höhere Elternbeiträge. Durch die Kürzung der Bundesförderungen bleibt der Gemeinde Ebenau laut Bericht eine finanzielle Last von 60.000 Euro am Schulende.

Marie-Christine Lackner, Mutter aus Ebenau, berichtet, dass der Unterricht an der Schule ihres Kindes teilweise nur bis 11:30 Uhr dauert, sie selbst jedoch von Montag bis Freitag mindestens bis 12:00 Uhr arbeitet.

Geschlossene Standorte und Mindestteilnehmerzahl

Für das laufende Schuljahr wurden die Ganztagsschulstandorte in Russbach im Tennengau und in Fuschl im Flachgau geschlossen. Als Grund wird eine zu geringe Zahl an Anmeldungen genannt. Für das Zustandekommen einer Ganztagsgruppe müssen mindestens acht Kinder teilnehmen.

Gemeinden wünschen sich laut Bericht, dass das notwendige Personal für die Nachmittagsbetreuung künftig beim Bund angestellt wird.