Plan für sechsjährige Volksschule stößt in der Steiermark auf Vorbehalte
Der Plan von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS), die Volksschule auf sechs Jahre zu verlängern, sorgt in der Steiermark für kritische Reaktionen. Aus dem Land Steiermark heißt es, man wolle für ein solches Modell keine Pilotregion werden.
Kritiker bemängeln vor allem fehlende Konkretisierung des Vorhabens sowie offene organisatorische Fragen. Auch steirische Pflichtschulehrergewerkschafter äußern Zweifel an der Umsetzung.
Kritik an fehlender Ausgestaltung und Schulgröße
Der Plan zu sechs Jahren Volksschule wird in der Steiermark unter anderem mit Blick auf die Größe der Volksschulen kritisch gesehen. Kritiker führen an, dass der Vorschlag bislang nicht ausreichend konkret sei.
Aus dem Büro des steirischen Bildungslandesrates Stefan Hermann (FPÖ) wird erklärt, dass sich die Steiermark nicht als Pilotregion für das Modell melden werde.
Gewerkschaften sehen viele offene Fragen
Der sozialdemokratische Gewerkschafter Florian Gollowitsch bezeichnet den Vorschlag zu sechs Jahren Volksschule grundsätzlich als begrüßenswert. Gleichzeitig kritisiert er, dass zu dem Plan Konkretes fehle und es sehr viele bislang ungelöste Fragen gebe.
Gollowitsch erklärt außerdem, die Sozialpartner seien bisher noch nicht in die Ausarbeitung des Plans eingebunden worden. Als ein mögliches Element wird die Option genannt, bei einer Verlängerung der Volksschule um zwei Jahre die Mittelschulzeit zu kürzen, wobei die Ausgestaltung offen bleibt.
Raum- und Personalfragen im Fokus
Weiterer Diskussionspunkt ist die Unterbringung zusätzlicher Jahrgänge: Laut den vorliegenden Einschätzungen ist bisher ungelöst, wie zwei zusätzliche Klassenstufen in bestehenden Volksschulgebäuden Platz finden sollen. Ebenso ist offen, ob Volksschulklassen in Mittelschulen untergebracht werden sollen.
Michael Gruber von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter stellt die Frage, ob in einem neuen Modell Mittelschullehrer die Kinder unterrichten oder ob Volksschullehrer in die Mittelschule wechseln müssten. Er verweist darauf, dass es früher eine Volksschul-Oberstufe gegeben habe und dies rechtlich möglich sei, bezeichnet die praktische Umsetzung eines solchen Modells jedoch als sehr schwierig.
Als Voraussetzungen für eine Umsetzung nennt Gruber ausreichendes Lehrpersonal und eine entsprechende Infrastruktur mit geeigneten Gebäuden.
Begründung des Ministers
Als Beweggrund des Ministers wird genannt, dass nach Einschätzung von Christoph Wiederkehr zu viele Jugendliche die Schule verlassen, ohne ausreichend lesen, schreiben und rechnen zu können. Diese Grundfähigkeiten könnten demnach in einer verlängerten Volksschule verstärkt gelehrt werden.
Der Beitrag wurde am 23. April 2026 online veröffentlicht.
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