Felssicherungen und lange Sperre auf der Silvretta-Hochalpenstraße
Die Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis 2030 gesperrt. An den Hängen neben der Straße stürzt Gestein in die Tiefe, weshalb umfangreiche Sicherungsarbeiten laufen.
Für die Anreise in das Gebiet werden als Ausweichroute eine Seilbahn und anschließend ein Tunnel genutzt. Für den Tourismus im hinteren Montafon ist die Sperre eine Herausforderung.
Aufwendige Sicherungsarbeiten am Felshang
Die ersten Sicherungsmaßnahmen an der Silvretta-Hochalpenstraße wurden bereits gesetzt. An einem Felshang werden Steinsicherungsarbeiten durchgeführt. Am beschriebenen Mittwoch waren 14 Personen im Einsatz, darunter vier Sicherungsposten, zwei Höhenretter sowie zwei Abseiltrupps mit jeweils vier Personen.
Felsräumer Alexander Ganahl benötigte für den Aufstieg zum Einsatzort über eine Stunde. Oben am Fels bereitet er das Abseilen vor, das je nach Gestein rund eineinhalb Stunden dauert. Beim Abseilen entfernt er mit einer Hacke loses Gestein aus der Felswand.
Für die Steinschlagsicherung eines Felshangs von etwa einem Kilometer Breite und 500 Metern Höhe sind zwei Trupps rund zehn Tage unterwegs. An Kehre 13 der Silvretta-Hochalpenstraße wurden bereits Sicherungsmaßnahmen gesetzt.
Räumung nach dem Winter und Straßenerhalt
Arbeiten an und auf der Silvretta-Hochalpenstraße stehen nach dem Winter wieder an. Weiter oben wird derzeit der Schnee von der Straße weggefräst. Christoph Klehenz, stellvertretender Betriebsleiter im Team Silvretta, erläutert, dass die komplette Straße bis hoch zum Kops vom Schnee geräumt wird.
Demnach ist das Team mit drei Fräsen knapp zwei Wochen mit der Schneeräumung beschäftigt. Je nach Lawineneinschlüssen werden zusätzlich Radlader oder andere Geräte benötigt. An Lawinenstellen können die Schneewände bis zu etwa zehn Meter hoch sein.
Nach der Schneeräumung werden die Böschungen bearbeitet. Sobald es die Schneesituation zulässt, beginnen Felsräumarbeiten an den Böschungen. Zudem ist vorgesehen, jedes Jahr rund einen Kilometer der Silvretta-Hochalpenstraße zu asphaltieren, um die Fahrbahn gut zu erhalten.
Tourismus und alternative Erreichbarkeit
Mit dem Auto auf die Silvretta-Hochalpenstraße hinaufzufahren wird derzeit als noch zu gefährlich bezeichnet. Die Silvretta-Hochalpenstraße zieht bei geöffneter Straße unter anderem viele Motorradfahrer an.
Für Wanderer und andere Ausflügler in die Silvretta fährt nun auch im Sommer die Vermuntbahn. Von der Bergstation geht es weiter mit einem Tunneltaxi. Daniel Sandrell, Bürgermeister von Gaschurn, berichtet, dass damit ermöglicht werden soll, um den See zu wandern und oben Essen und Trinken zu können.
Laut den vorliegenden Angaben gibt es bei den Verweilgästen im hinteren Montafon keinen Rückgang. Bei den Tagesgästen stellt sich die Situation anders dar.
Die Sendung „Vorarlberg heute“ hat die Felssicherer bei ihrer Arbeit begleitet.








