Möbelmuseum Wien zeigt Sonderausstellung zum Möbeldesign der Nachkriegszeit
Im Möbelmuseum Wien ist ab Donnerstag die Sonderausstellung „Made in Austria: Möbeldesign 1948-1960“ zu sehen. Im Mittelpunkt steht die österreichische Designkultur der Nachkriegszeit.
Die Schau führt Besucherinnen und Besucher in die 1950er-Jahre zurück und thematisiert eine Epoche, die als von Aufbruchsstimmung und Zuversicht geprägt beschrieben wird. Insgesamt werden rund 130 Objekte präsentiert.
Einblick in Möbeldesign der 1950er-Jahre
Die Ausstellung zeigt unter anderem Möbel von Oswald Haerdtl, Roland Rainer, Anna-Lülja Praun und Margarete Schütte-Lihotzky. Teile des von Oswald Haerdtl entworfenen Mobiliars für das erste Designer-Espresso am Kohlmarkt sind ebenfalls zu sehen. Oswald Haerdtl habe das österreichische Möbeldesign stark vorangebracht, so Kuratorin Eva B. Ottillinger.
Als Beispiele für in dieser Phase entstandene Möbelstücke werden der „Austro Sessel“ von Wiesner-Hager, der „Vienna Sessel“ der Firma E. & A. Pollak sowie Roland Rainers stapelbarer Holzstuhl „Stadthallen-Sessel“ angeführt. Der Artikel beschreibt, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich eine innovative Möbelkultur entstanden sei und die kommunale Wohnbautätigkeit sowie die heimische Möbelproduktion angekurbelt worden seien.
Rolle von Architektinnen und Architekten
In den 1950er-Jahren lag die Möbelgestaltung demnach hauptsächlich in Architektenhand. Laut Eva B. Ottillinger waren Möbel damals ein überwiegend männliches Thema; Frauen seien im seriellen Möbeldesign der Zeit deutlich unterrepräsentiert gewesen. Ein Anliegen der Ausstellung ist es, die wenigen weiblichen Positionen der Epoche sichtbar zu machen.
Besonderes Augenmerk gilt dabei den Architektinnen Anna-Lülja Praun und Margarete Schütte-Lihotzky, die in der Präsentation in den Mittelpunkt gerückt werden. Die Ausstellung thematisiert zudem Parallelen und Unterschiede zwischen der Nachkriegszeit und der Gegenwart.
Kuratorische Perspektive
Kuratiert wird die Ausstellung von Eva B. Ottillinger, stellvertretende Leiterin der Historischen Sammlungen im Wirtschaftsministerium. Sie berichtet, nach langjähriger Recherchearbeit sei eine breite Auswahl von Objekten für die Schau gewonnen worden. Nach ihren Worten hat sie an der Nachkriegszeit besonders die große Zuversicht beeindruckt.
Ottillinger verweist darauf, dass die damalige Zeit von Krisen, Ängsten und Unsicherheiten geprägt gewesen sei und viele Menschen zu wenig zu essen gehabt hätten. Gleichzeitig sei die Situation aktiv angegangen und gemeinsam etwas Neues geschaffen worden. Modernes österreichisches Mid-Century-Möbeldesign sei heute wenig präsent, obwohl die Bandbreite vorhanden sei.
Die Sonderausstellung „Made in Austria: Möbeldesign 1948-1960“ im Möbelmuseum Wien wird am Dienstagabend eröffnet und ist bis 8. Dezember zu sehen.








