Sonderausstellung in Mauthausen: Historische Schätze aus dem KZ-Alltag bringen Vergangenheit zum Leben
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Sonderausstellung zu archäologischen KZ-Funden in Mauthausen eröffnet

In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Dinge erzählen – Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“ zu sehen. Gezeigt werden Funde aus dem Konzentrationslager Mauthausen und seinen Außenstellen.

Die Präsentation findet im ehemaligen Reviergebäude der Gedenkstätte statt und basiert auf Ergebnissen von mehr als 20 Jahren archäologischer Forschung. An der Ausstellung wurde rund eineinhalb Jahre gearbeitet.

Insgesamt werden 62 Objekte gezeigt, die aus dem KZ Mauthausen und seinen Außenlagern stammen. In Vitrinen und auf Schautafeln sind unter anderem Töpfe, Esswerkzeuge aus Blech sowie weitere persönliche Gegenstände von Häftlingen zu sehen. Zu den Exponaten gehören außerdem Löffel mit Gravur und Häftlingsmarken, denen in der Forschung eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird.

Anhand der Objekte sollen Menschen und ihre individuellen Schicksale sichtbar gemacht werden. Die Forschung befasst sich mit den Personen, die diese Gegenstände benutzt haben. Zugleich werden in der Ausstellung die Arbeitsmethoden der Archäologie vorgestellt. Die Funde werden dabei als Ergänzung zu Schrift- und Bilddokumenten verstanden; die Untersuchung der Objekte geht laut Darstellung häufig über diese Quellen hinaus und hat in vielen Fällen Belege für bereits bekannte historische Fakten geliefert.

Neben Gegenständen von Häftlingen werden auch Objekte von Tätern, darunter SS-Offiziere und Lageraufseher, erforscht und präsentiert. Dazu zählen unter anderem aufgefundenes Porzellangeschirr und Flaschen aus Buntglas. Die Archäologen untersuchen zudem die zeitlichen Veränderungen der Lageranlagen, auch für die Zeit nach 1945, in der vieles weggeräumt und abgerissen worden sei. Diese Ergebnisse gelten als hilfreich für spätere Rekonstruktionen.

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten mit dem Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien sowie mit dem Institut für Archäologie der Universität Innsbruck zusammen. Die wissenschaftliche Leitung der Sonderausstellung liegt bei Claudia Theune von der Universität Wien, Co-Kuratorin ist Nathalie Soursos, die die Fertigstellung nach eineinhalb Jahren Arbeit hervorhob.

Die Suche nach Gräbern in den Lagern dauert an, und auch die Forschung zu den ausgestellten Objekten wird fortgesetzt. Die Leiterin der Gedenkstätte, Barbara Glück, betont, dass archäologische Arbeit für die Gedenkarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnt, auch weil es nur mehr wenige Zeitzeugen gibt.