Sorgenhorizont: Rekorddefizite bei Tiroler Krankenhäusern entfachen Debatte um Strukturreformen
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Tiroler Krankenhäuser erwarten Rekorddefizite und diskutieren Strukturreformen

Die Krankenhäuser in Tirol steuern auf deutlich steigende Defizite zu. Für die Jahre 2025 und 2026 werden Gesamtfehlbeträge in dreistelliger Millionenhöhe erwartet.

Parallel zur angespannten Finanzlage wird über die künftige Struktur der öffentlichen Spitäler diskutiert. Eine landesweite Krankenhaus-Holding stößt dabei auf deutliche Vorbehalte.

Hohe Minusprognosen für Landes- und Bezirkskrankenhäuser

Für das Jahr 2025 wird für die Tiroler Krankenhäuser ein Gesamtdefizit von fast 176 Millionen Euro erwartet. Für 2026 gehen aktuelle Zahlen des Landes Tirol von einem Fehlbetrag von rund 230 Millionen Euro aus.

Die prognostizierten Betriebsergebnisse der drei Landeskrankenhäuser zeigen laut Land für 2025 ein Minus von 124 Millionen Euro und für 2026 ein Minus von 164 Millionen Euro. Das Minus der sechs Bezirkskrankenhäuser liegt laut Prognose bei etwa 52 Millionen Euro, für das laufende Jahr wird für diese Häuser ein Fehlbetrag von 66 Millionen Euro erwartet.

Tirol gilt laut Gesundheitsministerium im Bundesländervergleich als effizient. Stationäre und ambulante Behandlungen werden demnach als vergleichsweise günstig beschrieben.

Kritik an Vergütung und Gebührenverordnung

Der Sprecher der Tiroler Bezirkskrankenhäuser, Paul Sieberer, bezeichnet die Abgeltung von Leistungen in den Bezirkskrankenhäusern als besonders kritisch. Bei sogenannten Gastpatienten würden seiner Darstellung nach die tatsächlichen Kosten nicht gedeckt.

Sieberer sagt, die Bezirkskrankenhäuser erbrächten ihre Leistungen effizient, die Vergütung sei jedoch nicht kostendeckend. Als Beispiel nennt er die Behandlung einer Gehirnerschütterung: Für Untersuchung, Diagnostik und Versorgung würden rund 55 Euro ersetzt, was er als wirtschaftlich problematisch kritisiert. Mit Blick auf die bevorstehenden Abrechnungen für das vergangene Jahr warnt er und sagt wörtlich: „Der Hut brennt.“

Sieberer sieht das Land Tirol in der Pflicht, die Gebührenverordnung anzupassen, um die Abgeltung zu verbessern. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) erklärt, dass es für Änderungen bei der Abgeltung von Leistungen Verhandlungen brauche. Sie sagt, eine angepasste Gebührenverordnung werde geprüft, betont aber, eine Anpassung sei nicht einfach und erfordere Gespräche und Verhandlungen.

Holding-Modell stößt auf Skepsis

Eine Zusammenlegung aller Tiroler öffentlichen Krankenhäuser in einer Spitalsholding wird als wiederholt diskutiertes Modell beschrieben. Dieses Modell wird derzeit offenbar nicht weiterverfolgt.

Paul Sieberer lehnt eine Spitalsholding, also die Zusammenlegung aller Häuser unter einem Dach, klar ab. Er sagt, eine Holding würde seiner Ansicht nach eine Kostenexplosion verursachen und den Patientinnen und Patienten nicht nützen. Die bestehenden Strukturen der Tiroler Krankenhäuser würden in der jetzigen Form funktionieren. Laut Sieberer teilen die Obleute der anderen Bezirkskrankenhäuser seine Haltung; eine Holding komme für niemanden in Frage, weil alle die gleichen Befürchtungen hätten. Er befürchtet, dass der für eine Holding notwendige Verwaltungsapparat die Kosten massiv steigen lassen würde.

Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele steht dem Modell einer Spitalsholding ebenfalls skeptisch gegenüber. Sie sagt, eine Holding sei kein Allheilmittel und garantiere keine Einsparungen. Wichtiger als eine Holding seien nach ihren Worten funktionierende Strukturen und effizientes Arbeiten.

Ausbau der Zusammenarbeit als Ansatz

Cornelia Hagele setzt auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern in Tirol. Als Instrumente zur Kostensenkung nennt sie gemeinsamen Einkauf, abgestimmte Planung sowie Spezialisierungen einzelner Standorte.

Paul Sieberer erklärt, dass die Bezirkskrankenhäuser bereits in sehr vielen Bereichen mit den tirol kliniken kooperieren. Als Beispiele nennt er Ausschreibungen für Medikamente und gemeinsame Anschaffungen. Diese bestehenden Kooperationen sollen seinen Angaben nach weiter vertieft werden.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.