In Villach ist am Sonntag das neue Amateurradrennen Carinthia 200 erstmals ausgetragen worden. Rund 2.000 Teilnehmer aus 24 Nationen gingen bei der Veranstaltung an den Start, die über gesperrte Straßen durch elf Gemeinden im Gailtal, über die Windische Höhe und durch das Drautal führte. Bei den Frauen setzte sich Carina Ziegler vom Team Heartland Cycling durch, bei den Männern gewann Wolfgang Krenn vom 1OF1 Cycling Team.
Enges Rennen an der Spitze
Die Königsdistanz der Carinthia 200 umfasste 197,4 Kilometer und 2.731 Höhenmeter. Carina Ziegler benötigte dafür 5:33:44,9 Stunden und verwies Valerie Rupitsch mit einem Vorsprung von acht Zehntelsekunden auf den zweiten Platz. Corina Vorraber wurde Dritte.
Bei den Männern kam es zu einem noch knapperen Zieleinlauf. Wolfgang Krenn siegte nach 5:05:27 Stunden zeitgleich mit Alban Lakata, dem dreifachen MTB-Marathon-Weltmeister. Thomas Garber erreichte das Ziel zwei Sekunden später und komplettierte als Dritter das Podium.
Neben der Königsdistanz wurde auch die kürzere Strecke Carinthia105 über 105,7 Kilometer und 1.304 Höhenmeter ausgetragen. Hier gewann Franziska Zuder vom SC Mirnock die Frauenwertung in 2:51:16,9 Stunden vor Anna Bäuchler und Marlies Feichtenhofer. Bei den Männern siegte Arno Kaspret vom Special Bike Pörtschach in 2:45:09,6 Stunden, gefolgt von Michael Kanduth und Michael Rieger.
Die Teilnehmer konnten sich erst während des Rennens für eine der beiden Distanzen entscheiden. Nach einer ersten Schleife in Villach bestand die Möglichkeit, entweder ins Ziel der Carinthia105 einzufahren oder eine zweite Runde in Angriff zu nehmen und damit die Langdistanz zu absolvieren.
Unter den Startern befanden sich auch die Snowboarderin Sabine Payer und die Skifahrerin Nicole Schmidhofer.
Freiwillige sichern die Streckenführung
Für die Organisation der Carinthia 200 waren 600 Volunteers im Einsatz. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Freiwilligen Feuerwehren, Sportvereinen, Dorfburschenschaften und Zechen aus der Region sowie von Polizei, Rettung und Behörden. Die Helfer betreuten unter anderem Labestationen entlang der Strecke sowie 16 Querungsstellen, an denen der Verkehr während des Rennens geregelt werden musste.
Hinter der Großveranstaltung steht Julius Rupitsch, der in der Region bereits Erfahrung mit vergleichbaren Formaten hat. Er organisiert auch den Großglockner-Berglauf sowie das Radrennen Istria300 in Kroatien.
Das Eventwochenende rund um die Carinthia 200 erstreckte sich vom 17. bis 21. September und umfasste neben dem Hauptrennen auch Social Rides, eine Expo und einen Ambassadors-Abend. Die Veranstaltung wurde bewusst nach der Hauptsaison im Radsport angesetzt. Laut Veranstalter steht eine Fortsetzung des Bewerbs im Jahr 2027 bereits fest.
Organisation von Straßenrennen im ländlichen Raum
Amateurradrennen auf gesperrten öffentlichen Straßen stellen für Kommunen und Einsatzkräfte grundsätzlich einen erheblichen logistischen Aufwand dar. Ganze Streckenabschnitte müssen für den Zeitraum des Rennens für den regulären Verkehr gesperrt werden, während an Kreuzungen und Ortseinfahrten Querungsstellen eingerichtet werden, damit Anrainer und Rettungsdienste weiterhin passieren können. Üblicherweise übernehmen dabei lokale Vereine und Freiwilligenorganisationen einen Großteil der Betreuung entlang der Strecke, etwa an Labestationen, während Polizei und Rettungsdienste für die sicherheitsrelevanten Aufgaben zuständig sind.
Bei Rennen mit mehreren Distanzen ist es in der Praxis nicht unüblich, dass sich Teilnehmer erst unterwegs endgültig für eine Streckenlänge entscheiden. Solche Formate ermöglichen es, unterschiedliche Leistungsniveaus in einer gemeinsamen Veranstaltung zusammenzuführen, ohne dass von Beginn an getrennte Starts notwendig sind. Für die Organisatoren bedeutet dies allerdings zusätzlichen Koordinationsaufwand, da Zielabnahme und Zeitmessung für mehrere mögliche Streckenverläufe vorbereitet werden müssen.
Die Terminierung solcher Radmarathons nach dem Ende der Hauptwettkampfsaison ist ein gängiges Konzept im Amateursport. Damit lassen sich größere Teilnehmerfelder ans





