Deutscher Teenager Liebmann stellt Weltrekord auf – Marchand siegt in Paris

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris hat Leon Marchand am Samstagabend Gold über 200 m Delfin gewonnen. Der Franzose siegte im Olympic Aquatic Centre in 1:51,72 Minuten und hatte 2,34 Sekunden Vorsprung auf Richard Marton. Für Aufsehen sorgte zudem der 19-jährige Deutsche Johannes Liebmann, der über 1.500 m Kraul einen Weltrekord aufstellte.

Marchand siegt trotz reduziertem Programm

Marchand, der bei den Olympischen Spielen 2024 vierfacher Olympiasieger geworden war, bestreitet die Titelkämpfe in Paris aus Verletzungsgründen mit einem reduzierten Programm. Über 200 m Delfin reichte ihm dennoch die Zeit von 1:51,72 Minuten zum Sieg. Marton kam auf den zweiten Platz, 2,34 Sekunden hinter dem Franzosen.

Liebmann unterbietet Finkes Weltrekord

Johannes Liebmann schlug über 1.500 m Kraul nach 14:26,79 Minuten an und unterbot damit den bisherigen Weltrekord um 3,88 Sekunden. Diese Bestmarke hatte der US-Amerikaner Bobby Finke vor zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Paris aufgestellt. Liebmann war bereits in der Vorwoche im Freiwasser aufgefallen. Im Verlauf der Titelkämpfe gewann er zudem Gold über 800 m Kraul und verbesserte dabei seinen eigenen Europarekord um 6,01 Sekunden. Zuvor hatte diese Bestmarke mehr als vier Jahre lang der Italiener Gregorio Paltrinieri gehalten.

Knappe Entscheidung über 50 m Kraul

Im Finale über 50 m Kraul setzte sich die Polin Katarzyna Maria Wasick mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung gegen die Schwedin Sara Sjöström durch. Sjöström belegte in 23,86 Sekunden den zweiten Platz. Wasick ist 34 Jahre alt, Sjöström wird zwei Tage nach dem Rennen 33 Jahre alt.

Sjöström gewann ihr erstes EM-Gold bereits 2008 in Eindhoven im Alter von 14 Jahren. Mittlerweile hält sie bei 18 Langbahn-EM-Goldmedaillen und liegt damit gleichauf mit der ehemaligen deutschen Schwimmerin Franziska van Almsick. Zählt man ausschließlich Einzeltitel ohne Staffel-Entscheidungen, hat Sjöström mehr Goldmedaillen gewonnen als van Almsick.

Langbahn und Kurzbahn im Schwimmsport

Bei Europameisterschaften wird grundsätzlich zwischen Langbahn- und Kurzbahnwettbewerben unterschieden. Langbahnrennen finden in 50-Meter-Becken statt, wie es bei Olympischen Spielen und den meisten internationalen Meisterschaften üblich ist. Kurzbahnwettbewerbe werden dagegen in 25-Meter-Becken ausgetragen, was durch die häufigeren Wenden andere Anforderungen an Wendetechnik und Renneinteilung stellt. Weltrekorde werden für beide Beckenlängen getrennt geführt, da die unterschiedliche Anzahl an Wenden die Zeiten maßgeblich beeinflusst.

Bei Langstreckenrennen wie über 1.500 m Kraul spielt neben der reinen Schwimmgeschwindigkeit auch die Tempoeinteilung über die gesamte Distanz eine zentrale Rolle. Athletinnen und Athleten müssen ihre Kräfte so einteilen, dass am Ende noch eine Steigerung möglich ist, ohne in der ersten Rennhälfte zu viel Substanz zu verlieren. Weltrekorde auf dieser Strecke gelten in der Szene als besonders aussagekräftig, weil sie sowohl konditionelle als auch taktische Qualitäten widerspiegeln.

Im Sprintbereich, etwa über 50 m Kraul, entscheiden dagegen oft Hundertstelsekunden über Sieg und Niederlage. Start und Wende beziehungsweise Anschlag gewinnen auf dieser kurzen Distanz zusätzlich an Bedeutung, da kaum Zeit bleibt, um kleinere Fehler im Rennverlauf auszugleichen.