Der Internationale Skiverband FIS plant, die Weltmeisterschaften künftig in jeder Saison auszutragen, abgesehen von Olympiajahren. Das neue Konzept soll ab 2032 gelten und würde den bisherigen Zwei-Jahres-Rhythmus in ungeraden Jahren ablösen. Der Österreichische Skiverband ÖSV hat sich gegen diese Pläne ausgesprochen.
Widerstand aus Österreich, Gespräch in Innsbruck angesetzt
Bisher fanden sowohl die alpinen als auch die nordischen Weltmeisterschaften alle zwei Jahre statt. Mit dem neuen FIS-Konzept sollen Titelkämpfe künftig in jeder Saison stattfinden, mit Ausnahme jener Jahre, in denen Olympische Winterspiele ausgetragen werden. Der ÖSV lehnt diese Erhöhung der Schlagzahl ab. Für Mittwoch, 17.00 Uhr, ist in Innsbruck ein Treffen zwischen Vertretern der FIS und des ÖSV angesetzt, bei dem die Differenzen besprochen werden sollen.
Der Vorschlag jährlicher Weltmeisterschaften stammt ursprünglich von Alexander Ospelt, der die Idee bereits im Rahmen seiner Bewerbung um das FIS-Präsidium formuliert hatte. Ospelt wurde am 11. Juni 2026 in Belgrad zum neuen Präsidenten des Internationalen Skiverbands gewählt. Er ist studierter Jurist. Für 20.15 Uhr ist auf ORF Sport + ein Interview mit Ospelt vorgesehen.
Neue FIS-Funktion für frühere Skirennläuferin
Eine zentrale Rolle in der Kommunikation der Reformpläne nimmt Alexandra Meissnitzer ein. Die 53-Jährige aus Salzburg war als Skirennläuferin zweifache Weltmeisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin und arbeitete anschließend als ORF-Expertin. Mittlerweile hat sie bei der FIS die neue Position der Director of Strategy and Public Affairs übernommen. Zu ihren Aufgaben zählt die strategische Verbindung des Verbands zu nationalen Skiverbänden und Veranstaltern sowie die Öffentlichkeitsarbeit rund um Verbandsentscheidungen.
Meissnitzer räumte in diesem Zusammenhang Fehler in der Kommunikation nach außen ein. Zu den konkreten Details dieser Kommunikationsfehler oder zu weiteren Positionen einzelner Beteiligter liegen keine über die genannten Fakten hinausgehenden Angaben vor.
Bedeutung des WM-Rhythmus im internationalen Skisport
Der traditionelle Zwei-Jahres-Turnus für Weltmeisterschaften im alpinen und nordischen Skisport hat sich über Jahrzehnte etabliert und prägt die Planung von Verbänden, Austragungsorten und Athletinnen und Athleten gleichermaßen. Titelkämpfe in ungeraden Jahren ermöglichten es bislang, Weltmeisterschaften und Olympische Winterspiele zeitlich klar voneinander zu trennen und beiden Großereignissen einen eigenständigen Stellenwert im Kalender zu sichern.
Grundsätzlich hängt die Austragung von Weltmeisterschaften von einer Vielzahl organisatorischer Faktoren ab. Dazu zählen die Verfügbarkeit geeigneter Austragungsorte mit ausreichender Infrastruktur, die Abstimmung mit nationalen Verbänden, vertragliche Bindungen mit Fernsehsendern und Sponsoren sowie die Belastung des Rennkalenders für die Athletinnen und Athleten. Eine Verdichtung des WM-Rhythmus würde in der Regel bedeuten, dass sich Vorbereitungszyklen für Nationalmannschaften verkürzen und Austragungsorte häufiger gefunden werden müssten. Gleichzeitig könnte eine höhere Schlagzahl an Großereignissen für Verbände und Vermarkter zusätzliche Einnahmequellen erschließen, etwa durch häufigere Übertragungsrechte und Sponsoringflächen.
Bei Reformvorhaben dieser Art sind naturgemäß unterschiedliche Interessen von nationalen Verbänden betroffen. Größere Verbände mit umfangreichen Kaderstrukturen und mehreren konkurrenzfähigen Disziplinen können von zusätzlichen Titelkämpfen profitieren, während kleinere Verbände oder solche mit begrenzten Ressourcen eine Mehrbelastung befürchten können. Auch die Frage, wie sich zusätzliche Weltmeisterschaften auf die Wertigkeit des Titels auswirken, wird in solchen Debatten regelmäßig diskutiert. Entscheidungen über den internationalen Wettkampfkalender werden üblicherweise in den zuständigen Verbandsgremien der FIS getroffen, wobei nationale Skiverbände über ihre Vertretungen Einfluss auf derartige Beschlüsse nehmen können.
Neu geschaffene Funktionen wie jene von Alexandra Meissnitzer verdeutlichen zudem, welchen Stellenwert die interne und externe Kommunikation bei umfassen





