Die Formel 1 gastiert am Sonntag, 14. September 2026, erstmals in Madrid. Der Grand Prix von Spanien wird ab 13.35 Uhr live in ORF1 übertragen, der Start des Rennens ist für 15.00 Uhr angesetzt. Austragungsort ist der neu gebaute Kurs „Madring“ – die erste völlig neue Rennstrecke im Formel-1-Kalender seit drei Jahren.
Neue Strecke mit steiler Highspeed-Kurve
Der Madring ist 5,416 Kilometer lang und umfasst 22 Kurven. Als Highlight des Kurses gilt die Hochgeschwindigkeitssteilkurve „La Monumental“, die 550 Meter lang ist und eine Neigung von 13,5 Grad aufweist. Die Strecke liegt rund 16 Kilometer vom Zentrum Madrids entfernt und wurde um das Gelände der Messe Madrid herum errichtet. Der Vertrag für den Grand Prix von Spanien in Madrid läuft über zehn Jahre und gilt bis einschließlich 2035. Zuletzt hatte 1981 ein Formel-1-Rennen in der Nähe der spanischen Hauptstadt stattgefunden, damals auf dem Circuito del Jarama.
Erste Erfahrungswerte zum neuen Kurs lieferte eine Testfahrt der Formel 3. Dabei wurden 19 rote Flaggen gezeigt, drei Chassis zerstört und sechs Schäden an der Radaufhängung registriert. Für den in Madrid geborenen Ferrari-Piloten Carlos Sainz ist das Rennen zudem ein Heimspiel.
Mercedes dominiert die Saison, Antonelli führt die WM an
Sportlich prägt Mercedes die laufende Saison 2026 deutlich. Von den bisherigen 13 Rennen hat das Team neun gewonnen. Kimi Antonelli steuerte davon sieben Siege bei, darunter einen Erfolg in Monza, den er vom 19. Startplatz aus herausfuhr. Antonelli führt die Fahrerweltmeisterschaft an, mit einem Vorsprung von 66 Punkten auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell. In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes 122 Punkte vor Ferrari.
Bei Ferrari verlief das Rennen in Monza weniger erfolgreich: Charles Leclerc schied nach einem Unfall aus. Lewis Hamilton kam auf Platz sechs ins Ziel. Die Teamchefs der Konkurrenz beobachten die Dominanz von Mercedes genau: Toto Wolff leitet das Mercedes-Team, Frederic Vasseur ist Teamchef von Ferrari und Jeff Vowles verantwortet Williams. Als Formel-1-Geschäftsführer fungiert Stefano Domenicali.
Neue Rennstrecken als Herausforderung für Fahrer und Teams
Grundsätzlich stellen neu gebaute Formel-1-Strecken Fahrer und Ingenieure vor besondere Aufgaben. Ohne historische Daten aus vorangegangenen Rennen fehlen Referenzwerte etwa zu Reifenverschleiß, Bremspunkten oder dem optimalen Setup des Autos. Teams stützen sich in solchen Fällen zunächst auf Simulationen und auf Erkenntnisse aus Testfahrten anderer Rennserien, wie sie in Madrid mit der Formel 3 stattgefunden haben. Hochgeschwindigkeitskurven mit ausgeprägter Neigung, wie sie „La Monumental“ aufweist, verlangen zudem eine präzise Abstimmung von Aerodynamik und Fahrwerk, da hohe Querbeschleunigungen auf Fahrzeug und Fahrer wirken.
Auch die Lage einer Strecke spielt für die Organisation eines Grand-Prix-Wochenendes eine Rolle. Kurse in Stadtnähe, wie der Madring mit seiner Anbindung an das Messegelände, ermöglichen üblicherweise eine bessere Erreichbarkeit für Zuschauer und Logistik, bringen zugleich aber besondere Anforderungen an Sicherheitskonzepte und Verkehrsplanung mit sich. Langfristige Verträge über mehrere Jahre, wie er für Madrid bis 2035 vereinbart wurde, sind in der Formel 1 ein gängiges Modell, um Investitionen in neue Streckenanlagen für Ausrichter und Rechteinhaber planbar zu machen.





