Felix Gall und Gregor Mühlberger wechseln gemeinsam zu Lidl-Trek. Das Team gab die Verpflichtung der beiden österreichischen Radprofis am Dienstag bekannt. Der 28-jährige Gall unterschrieb einen bis 2029 laufenden Dreijahresvertrag, der vier Jahre ältere Mühlberger erhielt einen Vertrag über zwei Jahre.
Zwei Österreicher wechseln gemeinsam das Team
Gall und Mühlberger waren zuletzt bei der Vuelta a Espana häufig gemeinsam unterwegs und fuhren dort Seite an Seite. Gall beendete die Rundfahrt als Gesamtdritter, Mühlberger fungierte dabei als sein stärkster Helfer, schied jedoch mit Sturzverletzungen aus dem Rennen aus. Mit Patrick Konrad steht bereits ein weiterer Österreicher im Kader von Lidl-Trek, sodass künftig drei österreichische Fahrer für das Team an den Start gehen.
Für Gall war die abgelaufene Saison von mehreren starken Ergebnissen geprägt. Bereits vor der Vuelta hatte er nach einem Etappensieg die Burgos-Rundfahrt gewonnen. Beim Giro d’Italia im Mai wurde er Gesamtzweiter und musste sich lediglich Jonas Vingegaard geschlagen geben. Bei der Tour de France 2026 stand Gall nicht am Start, sein bisheriges Team Decathlon AG2R La Mondiale setzte bei dem Rennen auf Paul Seixas. In der Vergangenheit hatte Gall bei der Tour de France bereits deutliche Erfolge erzielt: 2023 gewann er eine Königsetappe und wurde in der Gesamtwertung Achter, 2025 verbesserte er sich auf Platz fünf. Bei der Vuelta 2025 war er Gesamtachter gewesen.
Auch Mühlberger blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Im Juli gewann er im Trikot des österreichischen Nationalteams die Österreich-Rundfahrt, ehe er bei der Vuelta als Helfer für Gall im Einsatz war.
Personelle Aufstellung bei Lidl-Trek
Bei Lidl-Trek ist Bernhard Eisel als sportlicher Leiter tätig, Thomas Rohregger fungiert als Head of Cycling. Die Teamleitung liegt künftig bei Andy Schleck und Grischa Niermann. Zur Rundfahrerfraktion des Teams zählen unter anderem Juan Ayuso und Mattias Skjelmose. Das Team wird seit drei Jahren vom deutschen Lebensmittelkonzern Lidl finanziert. Auch der ehemalige Weltmeister Mads Pedersen fährt für die Mannschaft.
Vertragswechsel im Profiradsport
Wechsel wie jener von Gall und Mühlberger sind im professionellen Radsport Teil eines wiederkehrenden Ablaufs. Verträge zwischen Fahrern und Rennställen werden üblicherweise für mehrere Jahre geschlossen und regeln neben der sportlichen Zusammenarbeit auch wirtschaftliche und organisatorische Fragen. Teams stellen ihre Kader in der Regel so zusammen, dass sowohl Fahrer für große Rundfahrten als auch Spezialisten für Eintagesrennen oder Helferaufgaben vertreten sind. Für Rundfahrer wie Gall spielt dabei die Unterstützung durch sogenannte Domestiken eine zentrale Rolle, da diese während mehrwöchiger Rennen wie der Tour de France, dem Giro d’Italia oder der Vuelta a Espana entscheidend zum Ergebnis des Kapitäns beitragen können.
Grundsätzlich orientieren sich Teamwechsel im Radsport häufig an sportlichen Leistungen der vorangegangenen Saison sowie an den strategischen Zielen der jeweiligen Mannschaften. Große Rennställe mit finanzstarken Sponsoren verpflichten dabei regelmäßig Fahrer, die in wichtigen Rundfahrten bereits vordere Platzierungen erreicht haben, um ihre Chancen auf Gesamtklassements weiter zu erhöhen. Die Zusammensetzung eines Kaders wird üblicherweise über mehrere Jahre geplant, wobei sowohl etablierte Fahrer als auch jüngere Talente berücksichtigt werden.





