Der ghanaische Fußballverband und Nationaltrainer Carlos Queiroz haben sich am Donnerstag einvernehmlich getrennt. Der 73-jährige Portugiese war erst knapp einen Monat im Amt. Vorausgegangen waren zwei Niederlagen in der Qualifikation zum Afrikacup, zunächst ein 0:2 gegen die Elfenbeinküste, anschließend ein 2:4 gegen Gambia.
Kurzes zweites Engagement endet bereits wieder
Queiroz hatte seinen Posten als Teamchef von Ghana bereits im Juli niedergelegt. Zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen England ausgeschieden. Nur wenige Wochen später holte der ghanaische Verband den Trainer zurück: Am 3. September wurde Queiroz erneut als Nationaltrainer installiert.
Seine zweite Amtszeit blieb damit deutlich kürzer als beabsichtigt. In der laufenden Qualifikation für den Afrikacup verlor Ghana beide bestätigten Partien. Gegen die Elfenbeinküste setzte es ein 0:2, gegen Gambia eine 2:4-Niederlage. Nach diesen Ergebnissen kam es zur Trennung zwischen Queiroz und dem Verband, die beide Seiten als einvernehmlich bezeichneten.
Stationen eines international erfahrenen Trainers
Carlos Queiroz gehört zu den international bekanntesten Figuren im afrikanischen und asiatischen Nationalmannschaftsfußball. Grundsätzlich zeichnen sich Trainerkarrieren wie die seine durch häufige Wechsel zwischen Vereinsfußball, Verbandsfunktionen und verschiedenen Nationalteams aus. Solche Laufbahnen bringen in der Regel umfangreiche Erfahrung mit unterschiedlichen fußballerischen Kulturen und Verbandsstrukturen mit sich.
Bei Nationalmannschaften in Afrika ist der Afrikacup turnusmäßig eines der zentralen Turniere, an dessen Qualifikation sich auch die Erwartungshaltung gegenüber einem Trainer maßgeblich bemisst. Verbände reagieren in solchen Wettbewerben häufig kurzfristig auf sportliche Ergebnisse, da die Qualifikationsphasen meist eng getaktet sind und wenig Zeit für längerfristige Aufbauarbeit lassen. Eine Serie von Niederlagen zu Beginn einer Qualifikationskampagne kann daher schnell weitreichende personelle Konsequenzen nach sich ziehen, auch wenn ein Trainer erst kurz zuvor sein Amt angetreten oder wiederangetreten hat.
Wiederholte Rückholungen im Nationalmannschaftsfußball
Dass ein Verband einen zuvor zurückgetretenen Trainer nach kurzer Zeit erneut verpflichtet, kommt im internationalen Fußball regelmäßig vor. Üblicherweise spielen dabei Aspekte wie die Vertrautheit mit dem bestehenden Kader, die internationale Reputation eines Trainers oder der begrenzte Zeitrahmen bis zum nächsten wichtigen Turnier eine Rolle. Solche kurzfristigen Rückholungen bergen jedoch zugleich das Risiko, dass sich an den grundlegenden sportlichen Herausforderungen innerhalb weniger Wochen wenig ändert. Verbände stehen damit häufig vor der Abwägung zwischen Kontinuität und der Suche nach einer neuen sportlichen Ausrichtung.
Hinweis zur Faktenprüfung
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