Jakob Ingebrigtsen hat am Montag bei der Leichtathletik-EM in Birmingham seinen Titel über 5.000 m verteidigt. Der Norweger siegte in 13:15,29 Minuten und feierte damit seinen ersten Rennsieg seit fast einem Jahr. Der Deutsche Florian Bremm wurde in 13:15,60 Minuten Zweiter, Bronze ging an den Franzosen Etienne Daguinos mit 13:16,09 Minuten.
Ingebrigtsen siegt trotz langer Pause
Für Ingebrigtsen war es die siebente EM-Goldmedaille seiner Laufbahn. Der 25-Jährige hatte im Februar eine Operation an der linken Achillessehne. Vor seinem Start bei der EM in Birmingham hatte er nach eigenen Angaben nur sechs Wochen vernünftiges Training absolvieren können. Bei der WM 2025 in Tokio war er zuvor als Zehnter deutlich unter seinen sonstigen Ergebnissen geblieben.
Bei Europameisterschaften hatte Ingebrigtsen bis zu diesem Rennen noch nie verloren. Mit dem Sieg über 5.000 m in Birmingham setzte er diese Serie fort, obwohl die Vorbereitung durch die Operation und die eingeschränkte Trainingszeit erschwert war. Florian Bremm sicherte sich mit Rang zwei sein bislang bestes Resultat in diesem Rennen, nur drei Zehntelsekunden hinter dem Sieger. Etienne Daguinos komplettierte das Podest für Frankreich mit einem Rückstand von acht Zehntelsekunden auf Ingebrigtsen.
Weitere Entscheidungen in Birmingham
Neben dem 5.000-m-Lauf der Männer wurden in Birmingham weitere Titel vergeben. Norwegen gewann Gold in der Mixed-Staffel über 4 x 400 m mit einer Zeit von 3:09,62 Minuten. Das norwegische Team bestand aus Karsten Warholm, Amalie Iuel, Andreas Ofstad Kulseng und Henriette Jaeger.
Im Kugelstoßen der Männer setzte sich der Italiener Leonardo Fabbri mit einer Weite von 22,31 m durch. Bei den Frauen gewann die Niederländerin Jessica Schilder mit 20,73 m.
Rückkehr nach Verletzungen im Spitzensport
Operationen an der Achillessehne gehören bei Ausdauer- und Sprintathleten zu den langwierigeren Verletzungen, da die Sehne beim Laufen hohen Belastungen ausgesetzt ist. Nach solchen Eingriffen folgt üblicherweise eine mehrmonatige Rehabilitationsphase, in der die Belastung schrittweise gesteigert wird, bevor überhaupt an spezifisches Wettkampftraining zu denken ist. Ein Trainingsumfang von nur wenigen Wochen vor einem internationalen Championat gilt in der Leichtathletik grundsätzlich als knappe Vorbereitungszeit, insbesondere für Rennen über längere Mittel- und Langstrecken wie 5.000 m, bei denen die aerobe Grundlagenausdauer eine zentrale Rolle spielt.
Bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften gelten die 5.000 m als taktisch anspruchsvolle Disziplin. Anders als bei reinen Zeitläufen entscheidet häufig der Schlussspurt über Medaillen, weshalb Positionierung und Tempogefühl über die gesamte Renndistanz von Bedeutung sind. Enge Zieleinläufe wie in Birmingham, bei denen die ersten drei Athleten innerhalb von acht Zehntelsekunden ins Ziel kommen, sind bei internationalen Meisterschaften über diese Distanz keine Seltenheit.
Mixed-Staffeln über 4 x 400 m gehören seit einigen Jahren zum festen Programm internationaler Leichtathletik-Meisterschaften. Die Besonderheit liegt in der freien Reihenfolge von Männern und Frauen innerhalb des Teams, wodurch taktische Variationen entstehen, die im klassischen Staffelformat nicht möglich sind. Nationen mit einer breiten Aufstellung sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern über 400 m verfügen hier häufig über einen Vorteil.








