IOC streicht Nordische Kombination aus dem Olympia-Programm
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag in Lausanne bekanntgegeben, dass die Nordische Kombination aus dem Olympia-Programm gestrichen wird. Die Sportart, die seit mehr als 100 Jahren Teil der Olympischen Winterspiele war, wird bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen nicht mehr vertreten sein.
IOC nennt geringe Popularität und fehlende Breite als Gründe
Das IOC begründet die Entscheidung mit zwei zentralen Argumenten: Laut Studien war die Nordische Kombination bei den Winterspielen 2014, 2018, 2022 und 2026 jeweils die unbeliebteste Sportart beim Publikum. Zudem hatten bei den vergangenen vier Winterspielen lediglich fünf verschiedene Nationen Medaillen in dieser Disziplin gewonnen. Das IOC wertet dies als eine zu starke Konzentration der Sportart auf wenige Länder.
ÖSV zeigt sich enttäuscht
Der Österreichische Skiverband (ÖSV) bezeichnete die Entscheidung in einer ersten Reaktion als Hiobsbotschaft für den heimischen Wintersport. ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher sprach von einem schweren Schlag für die Nordische Kombination. Er äußerte, kaum eine andere Disziplin stehe so sehr für Tradition und eine österreichische Erfolgsgeschichte. Stecher erklärte zudem, man sei zutiefst enttäuscht, dass die sichtbare Weiterentwicklung der Sportart bei der Entscheidung nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.
Zuletzt hatte der Tiroler Johannes Lamparter aus Rum bei den Winterspielen 2026 zwei Silber- und eine Bronzemedaille in der Nordischen Kombination gewonnen.
Freeride und Synchro9 feiern 2030 Olympia-Debüt
Mit den Winterspielen 2030 werden Freeride (Ski und Snowboard) sowie Synchro9 im Eiskunstlauf erstmals olympisch. Valentin Rainer, Freeride-Weltmeister 2023 aus Mils, bezeichnete die Olympia-Aufnahme als riesengroßen Schritt für den Freeride-Sport. Er erhofft sich durch die erhöhte Aufmerksamkeit positive Effekte für die Strukturen auf Verbands- und Vereinsebene zur besseren Nachwuchsförderung. Die Alpin-Snowboarder mit dem Parallel-Riesentorlauf bleiben weiterhin im olympischen Programm.







