IOC streicht Nordische Kombination aus dem Olympiaprogramm
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Nordische Kombination aus dem Wettkampfprogramm der Winterspiele 2030 gestrichen. Die Entscheidung wurde am Dienstag in Lausanne mitgeteilt. Die Winterspiele 2030 finden vom 1. bis 17. Februar in Frankreich statt.
Damit endet eine 102-jährige olympische Geschichte: Die Nordische Kombination war seit 1924 fester Bestandteil der Winterspiele und galt damit als eine der traditionsreichsten Disziplinen des Programms.
Geringe Popularität als Begründung
Das IOC stützte seine Entscheidung auf langjährig erhobene Daten, darunter TV-Quoten, Zuschauerzahlen sowie Reichweiten von Instagram-Postings. Laut IOC-Studien war die Nordische Kombination bei den Winterspielen 2014, 2018, 2022 und 2026 beim Publikum die unbeliebteste Sportart. Zudem gewannen bei den vergangenen vier Winterspielen lediglich fünf unterschiedliche Nationen Medaillen in dieser Disziplin.
Frauen waren in der 102-jährigen olympischen Geschichte der Nordischen Kombination nie startberechtigt. Die Disziplin war bis zu den Winterspielen 2026 in Italien die letzte Sportart der Winterspiele ohne Startrecht für Frauen. Der Frauen-Weltcup in der Nordischen Kombination wurde erst 2020 eingeführt – 37 Jahre nach dem Männer-Weltcup.
Reaktion aus Österreich
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher bezeichnete die Entscheidung als Hiobsbotschaft für den österreichischen Wintersport. Österreichische Kombinierer haben bei Winterspielen insgesamt 19 Medaillen gewonnen, darunter dreimal Gold, viermal Silber und zwölfmal Bronze. Zuletzt holte Johannes Lamparter bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo zweimal Silber im Einzel. Gemeinsam mit Stefan Rettenegger gewann er zudem Bronze im Team-Sprint.
Programmänderungen für 2030
Im Wettkampfprogramm für die Winterspiele 2030 verbleiben unter anderem der Parallel-RTL im Snowboard. Neu aufgenommen wurden Freeride im Ski und Snowboard sowie Synchro im Eiskunstlauf, die 2030 ihr olympisches Debüt feiern.







