Bei den Judo-Weltmeisterschaften in Baku beginnen am Sonntag ab 16.30 Uhr die Einzelwettbewerbe. ORF Sport + überträgt die Entscheidungen live. Für Österreich geht ein sechsköpfiges Team des Österreichischen Judoverbandes (ÖJV) an den Start, zusätzlich ist das Land auch im Mixed-Bewerb vertreten. Headcoach des Teams ist Yvonne Snir-Bönisch.
Sechs ÖJV-Starter in Baku
Michaela Polleres tritt in der Gewichtsklasse bis 70 kg an, Lubjana Piovesana startet bis 63 kg. Beide gelten als nicht gesetzt. Thomas Scharfetter geht in der Klasse bis 90 kg an den Start, nachdem er bei der Europameisterschaft den fünften Platz erreicht hatte. Elena Dengg startet bis 78 kg, Maria Höllwart tritt in der Klasse über 78 kg an. Movli Borchashvilli komplettiert das Team in der Kategorie über 100 kg. Bernd Fasching und Stephan Hegyi fehlen verletzungsbedingt.
Die 29-jährige Polleres aus Niederösterreich zählt zu den erfahrensten Athletinnen im österreichischen Aufgebot. Sie ist zweifache Olympiamedaillengewinnerin und holte bei den Spielen 2024 in Paris Bronze. Bei Weltmeisterschaften gelang ihr im Mai 2023 in Doha ebenfalls eine Bronzemedaille – seither wartet der österreichische Verband auf eine weitere WM-Medaille.
Nach den Olympischen Spielen 2024 hatte Polleres eine Auszeit genommen und stieg im Dezember 2025 wieder ins internationale Wettkampfgeschehen ein. Seither zeigte sie eine aufsteigende Form: Im März gewann sie das World-Tour-Turnier in Linz, im Mai wurde sie beim Grand Slam in Duschanbe Zweite, und Mitte September belegte sie beim Grand Slam in Budapest den dritten Platz. Das Ergebnis von Budapest zählte dabei bereits für die laufende Olympiaqualifikation.
Preisgeld und Weltranglistenpunkte in Baku
Bei der Weltmeisterschaft steht insgesamt ein Preisgeldtopf von 800.000 Euro zur Verfügung. Für den Gewinn einer Goldmedaille werden 26.000 Euro ausgeschüttet. Zusätzlich zum Preisgeld werden bei der WM Weltranglistenpunkte vergeben, die für die weitere internationale Platzierung der Athletinnen und Athleten von Bedeutung sind.
Qualifikation für Los Angeles 2028 läuft
Parallel zur Weltmeisterschaft läuft bereits die Olympiaqualifikation für die Spiele 2028 in Los Angeles. Diese Qualifikationsphase erstreckt sich über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren, in dem Resultate bei internationalen Turnieren und Meisterschaften in die Wertung einfließen. Ergebnisse wie jenes von Budapest im September fließen somit unmittelbar in den laufenden Qualifikationsprozess ein, der sich über zahlreiche Stationen bis zu den Spielen in Kalifornien erstrecken wird.
Punktesystem und Gewichtsklassen im Judo
Im internationalen Judo werden Wettbewerbe grundsätzlich nach Gewichtsklassen getrennt ausgetragen, um vergleichbare Voraussetzungen für die Athletinnen und Athleten zu schaffen. Die Setzliste bei Weltmeisterschaften orientiert sich an der aktuellen Weltrangliste, wodurch nicht gesetzte Sportlerinnen und Sportler bereits in frühen Runden auf topgesetzte Konkurrenz treffen können. Das Format sieht üblicherweise ein Direktausscheidungssystem vor, bei dem eine einzelne Niederlage das Ausscheiden aus dem Hauptfeld bedeutet, während eine Trostrunde Chancen auf eine Bronzemedaille offenhält.
Weltranglistenpunkte, wie sie auch in Baku vergeben werden, speisen sich aus einer Kombination unterschiedlicher Turnierkategorien, darunter Grand-Slam-Veranstaltungen, World-Tour-Turniere und Meisterschaften. Diese Punkte bilden die Grundlage für die Olympiaqualifikation, bei der über einen längeren Zeitraum konstante Leistungen stärker ins Gewicht fallen als einzelne Ausreißerergebnisse. Für Verbände wie den ÖJV ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Athletinnen und Athleten über mehrere Saisons hinweg gezielt bei relevanten Turnieren einzusetzen, um sowohl aktuelle Formkurven als auch langfristige Qualifikationschancen im Blick zu behalten.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







