Anton Knoll ist bei der Schwimm-Europameisterschaft in Paris im Finale vom 10-Meter-Turm auf Platz acht gelandet. Der Österreicher, der im Vorjahr noch EM-Bronze geholt hatte, kam am Donnerstag auf 395,20 Punkte und verpasste eine Medaille um 85,55 Zähler. Sein Landsmann Dariush Lotfi beendete den Bewerb auf dem letzten Rang mit 353,55 Punkten.
Der Wettkampf im Olympic Aquatic Centre fand vor der Kulisse der Titelkämpfe statt, bei denen Ruslan Ternovoi unter neutraler Flagge mit 524,20 Punkten Gold gewann. Silber ging an Jaden Eikermann aus Deutschland mit 513,05 Punkten, Bronze sicherte sich sein Landsmann Ole Rösler mit 480,75 Punkten.
Knoll springt mit Kopfverletzung, Lotfi ohne fehlerfreien Durchgang
Anton Knoll ging trotz einer Verletzung an den Start: Er hatte sich am Dienstag eine Kopfwunde zugezogen, die genäht werden musste. Im Wettkampf trug er zum Schutz der Wunde eine schwarze Badehaube. Mit Platz acht blieb er unter dem Ergebnis des Vorjahres, als er bei der EM in Antalya mit Bronze die erste österreichische EM-Einzel-Medaille eines Mannes vom Turm seit 1931 gewonnen hatte.
Dariush Lotfi, der im Vorkampf noch 373,90 Punkte erreicht hatte, kam im Finale nicht an diese Leistung heran und blieb mit 353,55 Punkten ohne einen fehlerfreien Durchgang. Er beendete den Bewerb auf dem zwölften und letzten Platz.
Bereits am Vortag war Nikolaj Schaller vom 3-Meter-Brett Neunter geworden. Im Synchron-Bewerb vom Turm waren Knoll und Lotfi gemeinsam auf Rang sieben gekommen. Insgesamt standen für die österreichischen Springer bei diesen Titelkämpfen vier Finalteilnahmen zu Buche, eine Medaille blieb jedoch aus. Anton Knoll und Dariush Lotfi hatten 2024 in Belgrad im Synchron-Wettbewerb gemeinsam den Europameistertitel geholt.
Wie der Turmspringen-Wettkampf bei internationalen Meisterschaften abläuft
Beim Turmspringen von der 10-Meter-Plattform absolvieren die Athletinnen und Athleten bei internationalen Meisterschaften üblicherweise mehrere Sprünge, die von einem Kampfgericht nach Ausführung, Haltung und Schwierigkeitsgrad bewertet werden. Die Wertigkeit eines Sprungs ergibt sich aus einem festgelegten Schwierigkeitskoeffizienten, mit dem die von den Kampfrichtern vergebenen Punkte multipliziert werden. Dadurch können auch technisch anspruchsvollere Sprünge mit geringerer Ausführungsqualität ähnlich hohe Wertungen erzielen wie einfachere, dafür aber sauber ausgeführte Sprünge.
Bei Meisterschaften wird üblicherweise zwischen Vorkampf und Finale unterschieden. Im Vorkampf qualifiziert sich ein bestimmtes Kontingent an Springerinnen und Springern für den Finaldurchgang, in dem die Punkte aus dem Vorkampf in der Regel keine Rolle mehr spielen und alle Teilnehmenden erneut von null beginnen. Kleine Fehler bei der Absprungtechnik, im Rotationsverlauf oder beim Eintauchen können sich bei der Bewertung deutlich auf die Endpunktzahl auswirken, da bereits geringe Abweichungen von den Kampfrichtern mit niedrigeren Wertungen versehen werden.
Der Abstand zwischen den Platzierungen fällt in diesem Bewerb häufig eng aus, da mehrere Springer über ähnliche Schwierigkeitsgrade in ihrem Sprungprogramm verfügen. Ein einzelner missglückter Sprung kann daher über mehrere Ränge im Gesamtklassement entscheiden. International zählen Springer aus Ländern wie China, Großbritannien oder auch aus dem Umfeld der neutralen Athletinnen und Athleten traditionell zur Weltspitze in dieser Disziplin.
Der Status neutraler Athleten bei internationalen Wettkämpfen
Sportler, die unter neutraler Flagge antreten, nehmen an internationalen Wettkämpfen ohne Nationalflagge, Hymne oder offizielle Zuordnung zu einem Verband ihres Heimatlandes teil. Dieser Status wird von den zuständigen internationalen Sportverbänden vergeben und kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn der Verband eines Landes von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen ist, einzelne Athletinnen und Athleten aber unter bestimmten Auflagen weiterhin startberechtigt bleiben. Bei Siegerehrungen wird in solchen Fällen üblicherweise weder die Flagge noch die Hymne des Heimatlandes verwendet.





