Der Österreichische Leichtathletikverband (ÖLV) schickt ein 24 Athletinnen und Athleten umfassendes Team zur Leichtathletik-Europameisterschaft, die von Montag bis Sonntag in Birmingham ausgetragen wird. ORF1 übertragt den Auftakt am Montag ab 11.30 Uhr live, zusätzlich ist die EM im Livestream auf ORF ON zu sehen. Ein derart großes ÖLV-Aufgebot gab es zuletzt 1954 bei der EM in Bern.
Österreichisches Aufgebot ohne Speerwurf-Europameisterin
Speerwerf-Europameisterin Victoria Hudson, die den Titel vor zwei Jahren in Rom gewonnen hatte, fehlt in Birmingham. Sie pausiert wegen der Geburt ihres Kindes. Im Diskuswerfen tritt dagegen Lukas Weißhaidinger an, der amtierende Vizeeuropameister in dieser Disziplin. Ebenfalls im Diskuswerfen startet Will Dibo.
Im Dreisprung geht Endiorass Kingley für Österreich an den Start, im Hürdensprint Enzo Diessl. Raphael Pallitsch, mit 36 Jahren einer der erfahrensten Läufer im Team, tritt über 1.500 Meter an. Verena Mayr bestreitet den Siebenkampf.
Über 400 Meter Hürden sind mit Anja Dlauhy und Lena Pressler zwei Österreicherinnen vertreten. Dlauhy verbesserte ihre persönliche Bestzeit in diesem Jahr um drei Sekunden auf 54,52 Sekunden und stellte damit einen österreichischen Rekord auf. Für die 23-Jährige ist es die erste Teilnahme an einer Europameisterschaft in der allgemeinen Klasse.
Andreas Vojta ist mit 37 Jahren der älteste Athlet im ÖLV-Team und nimmt zum achten Mal an Kontinentaltitelkämpfen teil. In Birmingham startet er erstmals bei einer EM im Marathon, dessen Streckenprofil als wellig beschrieben wird und insgesamt 700 Höhenmeter aufweist. Neun Mitglieder des österreichischen Teams bestreiten in Birmingham ihre erste Freiluft-EM.
ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis stellte das Team am Freitag bei einer Pressekonferenz in der Südstadt vor. Insgesamt werden bei der Europameisterschaft 50 Entscheidungen ausgetragen, an denen 1.645 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen teilnehmen. Austragungsort ist das Alexander Stadium in Birmingham, das Platz für 20.000 Zuschauer bietet.
Kontinentaltitelkämpfe als Fixpunkt im Leichtathletik-Kalender
Die Leichtathletik-Europameisterschaft gehört neben Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu den bedeutendsten Großereignissen des europäischen Sports in dieser Disziplin. Sie wird traditionell im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen und vereint sämtliche klassischen Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen an einem gemeinsamen Austragungsort. Für viele nationale Verbände markiert die EM einen zentralen Fixpunkt in der Saisonplanung, da sie sowohl etablierten Athletinnen und Athleten als auch Nachwuchskräften eine Bühne bietet.
Die Teilnahmeberechtigung für eine EM ergibt sich üblicherweise aus einer Kombination von Qualifikationsnormen und Ranglistenplätzen, die von der European Athletics vorgegeben werden. Nationale Verbände wie der ÖLV nominieren auf dieser Grundlage ihre Teams, wobei sowohl individuelle Bestleistungen als auch die Formkurve im Vorfeld des Wettkampfs eine Rolle spielen. Die Größe eines Nationenteams gilt dabei häufig als Indikator für die Breite und Tiefe des Leistungsniveaus in einem Verband.
Der Marathon bei Meisterschaften unterscheidet sich häufig von reinen Straßenläufen, da die Streckenführung oft an das Stadtbild des Austragungsorts angepasst wird und dadurch topografische Herausforderungen wie Steigungen oder wechselnde Bodenbeläge entstehen können. Läuferinnen und Läufer müssen sich in der Vorbereitung entsprechend auf das jeweilige Streckenprofil einstellen, das von Meisterschaft zu Meisterschaft variiert.
Auch die Altersstruktur innerhalb eines Nationenteams ist bei Meisterschaften häufig ein Thema, da Leichtathletik in vielen Disziplinen sowohl von jungen Debütanten als auch von langjährig erfahrenen Wettkämpfern geprägt wird. Erfahrung kann insbesondere in taktisch geprägten Laufdisziplinen wie dem Mittelstreckenlauf von Vorteil sein, während in Sprung- und Wurfdisziplinen oft auch jüngere Athletinnen und Athleten früh internationale Erfolge erzielen.






