Österreichs Fußballnationalmannschaft hat am Donnerstag in Dublin einen Rückstand von zwei Toren ausgeglichen und sich in der Nations League gegen Irland mit 2:2 getrennt. Das Team von Teamchef Ralf Rangnick lag nach der ersten Halbzeit 0:2 zurück, drehte die Partie nach einem Dreifachwechsel zur Pause aber zu einem späten Remis.
Später Ausgleich nach frühem Rückstand
Irland ging bereits in der 12. Minute durch ein Tor von Troy Parrott mit 1:0 in Führung. Vor dem Seitenwechsel erhöhte die Heimmannschaft per Elfmeter auf 2:0. Zu dem Strafstoß war es nach einem Foul von Nicolas Seiwald gekommen. Österreich hatte in der ersten Hälfte dennoch einzelne Gelegenheiten: Bereits nach einer Minute setzte Sasa Kalajdzic einen Schuss aus gut 40 Metern an, in der 25. Minute verfehlte ein Versuch von Seiwald das irische Tor, und kurz vor der Pause scheiterte Patrick Wimmer in der 40. Minute an Irlands Torhüter Kelleher.
Zur Halbzeit reagierte Rangnick mit einem Dreifachtausch: Maximilian Wöber kam für Affengruber, Konrad Laimer ersetzte Seiwald und übernahm zugleich von Xaver Schlager die Kapitänsschleife, zudem wechselte Michael Gregoritsch für Carney Chukwuemeka ein. Die Umstellungen zeigten Wirkung. Wimmer leistete die Vorarbeit zum Anschlusstreffer, den der eingewechselte Alexander Prass erzielte – vier Minuten nach seiner Einwechslung in der 67. Minute und im Zuge seines 23. Länderspiels sein erstes Tor im Nationaldress. Prass war kurz zuvor für Romano Schmid ins Spiel gekommen, der ebenfalls in der 67. Minute ausgewechselt worden war.
Den Ausgleich zum 2:2 markierte in der 77. Minute Michael Gregoritsch per Freistoß. Für den Augsburg-Stürmer war es bereits das 25. Länderspieltor in seinem 80. Länderspiel. Vier Minuten später, in der 81. Minute, hatte Gregoritsch sogar die Möglichkeit zum Siegtreffer, vergab diese Chance jedoch. In der Schlussphase sah Maximilian Wöber in der 85. Minute noch die Gelbe Karte, am Ergebnis änderte sich bis zum Abpfiff nichts mehr.
Personelle Veränderungen im österreichischen Kader
In der Startformation stand mit Florian Wiegele, der für Viktoria Pilsen spielt, ein Spieler erstmals von Beginn an für Österreich auf dem Feld – es war insgesamt erst sein zweites Länderspiel. Ebenfalls in der Startelf debütierte Carney Chukwuemeka, der für Borussia Dortmund aufläuft, in dieser Rolle: Für ihn war es das neunte Länderspiel, aber die erste Berufung in die Anfangsformation. Chukwuemeka ersetzte darin den verletzten Paul Wanner. Kevin Danso fehlte aufgrund einer Gelbsperre.
David Affengruber, der zuletzt gegen den Kosovo getroffen hatte, wurde zur Pause ausgewechselt. Stefan Posch (Mainz) und Philipp Lienhart (Freiburg) komplettierten die österreichische Defensive. Im Mittelfeld und Angriff liefen neben den bereits genannten Spielern unter anderem Nicolas Seiwald (Leipzig), Xaver Schlager (Nottingham), Patrick Wimmer (Hoffenheim), Maximilian Wöber (Schalke), Konrad Laimer (Bayern München) und Sasa Kalajdzic (LASK) auf.
Format und Bedeutung der Nations League
Die Nations League wurde von der UEFA eingeführt, um Freundschaftsspiele durch sportlich bedeutsamere Partien zwischen europäischen Nationalmannschaften zu ersetzen. Die Teilnehmer sind dabei in mehrere Divisionen eingeteilt, die sich grundsätzlich an der bisherigen Stärke der Mannschaften orientieren. Innerhalb dieser Divisionen werden wiederum kleinere Gruppen gebildet, in denen die Teams im Hin- und Rückspielmodus gegeneinander antreten.
Ergebnisse aus der Nations League fließen üblicherweise auch in die Auslosung künftiger Turnierqualifikationen ein, da sie als aktueller Stärkenachweis der Nationalmannschaften herangezogen werden. Für die Nationalteams bieten die Länderspieltermine zudem regelmäßig Gelegenheit, personelle Alternativen zu testen und jüngeren oder neu nominierten Spielern Einsatzzeiten in einem kompetitiven Rahmen zu verschaffen. Wechsel zur Halbzeit, wie sie in Dublin vorgenommen wurden, zählen dabei zu den gängigen taktischen Mitteln, um den Spielverlauf noch während der Partie zu beeinflussen.





