Der Österreichische Radsport-Verband hat am Mittwoch sein Aufgebot für die Straßenrennen der Rad-Weltmeisterschaft in Montreal bekanntgegeben. Im Männer-Rennen gehen Felix Gall, Felix Großschartner und Patrick Konrad an den Start, bei den Frauen sind es Katharina Sadnik, Carina Schrempf und Christina Schweinberger. Das Straßenrennen der Männer findet am 27. September über 273 Kilometer und 3.700 Höhenmeter statt, jenes der Frauen bereits am 26. September über 180 Kilometer.
Österreichisches Team für Montreal komplett
Felix Gall reist als Zweiter der zurückliegenden Giro d’Italia-Rundfahrt nach Kanada. Neben ihm bilden Felix Großschartner und Patrick Konrad das Trio für das Elite-Straßenrennen der Männer. Beide Fahrer waren bislang jeweils dreimal bei Elite-Weltmeisterschaften am Start, ohne dabei einen Platz unter den besten 25 zu erreichen. Gall selbst kam bei seinen drei bisherigen Teilnahmen an Elite-WM-Straßenrennen zweimal nicht ins Ziel, 2020 und 2024 war jeweils vorzeitig Schluss. 2022 in Australien landete er unter ferner fuhren. Einen internationalen Titelgewinn kann Gall dennoch vorweisen: 2015 wurde er bei der Junioren-WM in den USA Weltmeister.
Bei den Frauen besteht das Aufgebot für das Straßenrennen aus Katharina Sadnik, Carina Schrempf und Christina Schweinberger. Schweinberger und Großschartner sind zudem für das flache Einzelzeitfahren am 20. September gemeldet. Schweinberger war vor drei Jahren WM-Dritte im Zeitfahren und WM-Fünfte im Straßenrennen. Bei der diesjährigen Tour de France erlitt sie einen Handgelenkbruch und war seit Anfang August nicht mehr im Renneinsatz.
Neben den Elite-Aufgeboten nominierte der Verband auch Fahrerinnen und Fahrer für die Nachwuchsklassen. Im U23-Team stehen Tabea Huys, Anatol Friedl und Valentin Hofer, bei den Junioren gehen Michael Hettegger, Michael Ortner, Niklas Wiesmayr und Santiago Wrolich an den Start.
Der WM-Kurs in Montreal
Der Rundkurs in Montreal ist im internationalen Radsport kein unbekanntes Terrain: Er wird alljährlich im Rahmen der World Tour für den Grand Prix Montreal genutzt, ein Eintagesrennen, das seit Jahren fixer Bestandteil des nordamerikanischen Kalenders ist. Strecken dieser Art zeichnen sich üblicherweise durch mehrfach zu absolvierende Rundkurse mit kurzen, knackigen Anstiegen aus, die sich über die Distanz zu erheblichen Höhenmetern summieren. Solche Kursprofile begünstigen in der Regel Fahrerinnen und Fahrer mit gutem Kraft-Gewichts-Verhältnis, die auf kupiertem Terrain Attacken setzen oder Tempoverschärfungen mitgehen können, statt reine Sprinter oder Zeitfahrspezialisten.
Bei Straßenweltmeisterschaften wird die Mannschaftsgröße je nach Nation üblicherweise durch ein Kontingent-System bestimmt, das sich an den Ergebnissen der Fahrer und Fahrerinnen des jeweiligen Landes in der laufenden Saison orientiert. Länder mit mehreren gut platzierten Aktiven erhalten dadurch tendenziell größere Startkontingente als Nationen mit geringerer Rennsport-Dichte. Die Zusammenstellung eines Nationalteams folgt dabei nicht allein sportlichen Kriterien der jüngsten Vergangenheit, sondern berücksichtigt auch die individuelle Form und den Gesundheitszustand der Kandidatinnen und Kandidaten im Vorfeld des Championats.
Das Zeitfahren gilt im Rahmen einer Rad-WM traditionell als eigenständige Disziplin mit eigenem Anforderungsprofil: Gefragt sind hier vor allem aerodynamische Effizienz, eine konstante Leistungsabgabe über die gesamte Distanz und die Fähigkeit, das eigene Tempo präzise einzuteilen, da anders als im Straßenrennen kein taktisches Zusammenspiel mit Konkurrenten möglich ist. Ein flaches Profil, wie es für das diesjährige Zeitfahren in Montreal vorgesehen ist, kommt in der Regel Fahrerinnen und Fahrern zugute, die über eine hohe Dauerleistung auf ebener Strecke verfügen, während bergige Zeitfahrkurse eher Kletterspezialisten begünstigen.







