Österreichs Volleyballnationalteam der Frauen hat am Freitag ein Testländerspiel in Montenegro mit 0:3 verloren. Die Partie in Kolasin ging mit den Satzergebnissen 18:25, 20:25 und 19:25 an die Gastgeberinnen. Beide Auswahlen befinden sich in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft, die in zwei Wochen beginnt.
Knappe Sätze trotz Niederlage
Im Anschluss an die Partie wurden noch Trainingssätze gespielt. Headcoach Roland Schwab sah seine Mannschaft trotz der klaren Niederlage in allen drei Sätzen in Schlagdistanz. Verbesserungspotenzial ortete er vor allem beim Aufschlag und im Angriffsspiel. Als beste Spielerin seiner Gruppe bezeichnete Schwab Libera Eva Stabentheiner.
Ein zweiter Vergleich zwischen Österreich und Montenegro ist für Samstag um 15.00 Uhr angesetzt. Damit bietet sich dem Team von Schwab bereits kurzfristig die Gelegenheit, die im ersten Test angesprochenen Schwächen auszubessern und die Leistung zu bestätigen oder zu steigern.
Die österreichische Auswahl bereitet sich mit den Tests in Montenegro gezielt auf die EM vor, bei der sie ihre Vorrundenmatches in Brünn austragen wird. Auch die montenegrinische Mannschaft nutzt die Partien zur Feinabstimmung vor dem Turnierstart.
Testspiele als Baustein der Turniervorbereitung
Testländerspiele kurz vor großen Turnieren dienen Nationalmannschaften grundsätzlich dazu, eingeübte Systeme im Wettkampfbetrieb gegen unterschiedliche Gegnertypen zu überprüfen. Trainerstäbe nutzen solche Partien häufig, um einzelne taktische Elemente wie Aufschlagvarianten, Blockverhalten oder Angriffskombinationen unter realistischem Druck zu testen, ohne dass die Ergebnisse selbst turnierentscheidend sind. Satzverluste in dieser Phase werden in der Regel weniger nach dem Endstand als nach der Entwicklung innerhalb der einzelnen Sätze bewertet.
Bei Vorbereitungsspielen im Volleyball ist es üblich, im Anschluss an die eigentliche Partie zusätzliche Trainingssätze anzusetzen. Diese ermöglichen es den Trainerstäben, bestimmte Spielsituationen gezielt zu wiederholen oder Wechselspielerinnen zusätzliche Einsatzzeit zu geben, unabhängig vom offiziellen Spielstand. Für Cheftrainer sind solche Tests zudem eine wichtige Grundlage, um kurz vor der Nominierung des endgültigen Turnierkaders die Form einzelner Spielerinnen einzuschätzen.
Die Rolle der Libera-Position
Die Position der Libera nimmt im Volleyball eine besondere Stellung ein, da sie ausschließlich in der Abwehr und im Aufbauspiel eingesetzt wird und nicht angreifen oder aufschlagen darf. Eine stabile Libera-Leistung gilt allgemein als wichtige Grundlage für ein funktionierendes Annahme- und Abwehrsystem, da von dieser Position aus viele Spielzüge eingeleitet werden. Gerade in der Vorbereitung auf Turniere legen Trainerstäbe deshalb besonderen Wert auf die Konstanz in dieser Position, da sie maßgeblich beeinflusst, wie sicher ein Team unter Druck agieren kann.








