Lena Pressler und Anja Dlauhy haben bei der Leichtathletik-EM in Birmingham den Einzug ins Halbfinale über 400 m Hürden geschafft. Pressler gewann ihren Vorlauf am Montag in 54,97 Sekunden und lief damit die schnellste Zeit aller nicht vorqualifizierten Läuferinnen. Dlauhy siegte in ihrem Lauf in 55,42 Sekunden, die insgesamt drittschnellste Zeit der Vorläufe. Beide Österreicherinnen zählen damit zu den 24 Athletinnen, die den Sprung ins Semifinale schafften, das für Dienstagvormittag angesetzt ist.
Zwei Österreicherinnen im Semifinale über 400 m Hürden
Für Dlauhy, die 23 Jahre alt ist, war der Auftritt in Birmingham das EM-Debüt. Pressler, die aus Niederösterreich stammt, bestätigte mit ihrer Vorlaufzeit die Rolle als schnellste Läuferin unter jenen Starterinnen, die nicht bereits im Vorfeld für spätere Runden gesetzt waren. Die Medaillenfavoritinnen des Bewerbs hatten in den Vorläufen ein Freilos und griffen erst in einer späteren Runde ins Geschehen ein. Sowohl Pressler als auch Dlauhy treffen im Halbfinale nun auf ein dichteres Feld, in dem sich die direkten Duelle mit den topgesetzten Athletinnen entscheiden werden.
Über 100 m verlief der Vormittag für den österreichischen Sprint weniger erfolgreich. Magdalena Lindner lief ihren Vorlauf in 11,32 Sekunden und belegte damit den 14. Platz. Der Einzug ins Semifinale blieb ihr um eine Hundertstelsekunde verwehrt. Isabell Posch kam in 11,48 Sekunden auf Rang 19 ihres Vorlaufs. Für beide Sprinterinnen war die Vorrunde damit die letzte Station bei dieser Europameisterschaft über die kurze Distanz.
Vorlauf, Halbfinale, Finale: Der Weg durch die Runden
Bei internationalen Meisterschaften wie der Leichtathletik-EM werden Laufdisziplinen mit großem Teilnehmerfeld grundsätzlich in mehreren Runden ausgetragen. Vorläufe dienen dazu, das Starterfeld auf eine handhabbare Zahl für die nächste Runde zu reduzieren. Über 400 m Hürden qualifizieren sich üblicherweise die 24 schnellsten Athletinnen aus allen Vorläufen für das Halbfinale, aus dem dann die Finalteilnehmerinnen hervorgehen. Bei stark besetzten Disziplinen wie dem 100-m-Sprint kann dagegen bereits die Vorrunde über das vorzeitige Ausscheiden entscheiden, wie es bei Lindner und Posch der Fall war, da hier oft nur eine begrenzte Zahl an Läuferinnen pro Lauf direkt weiterkommt und die übrigen Plätze über die Gesamtzeiten aller Läufe vergeben werden.
Ein Freilos für Topfavoritinnen in frühen Runden ist bei großen Meisterschaften keine Seltenheit. Es soll gewährleisten, dass die stärksten Athletinnen ihre Kräfte einteilen können und nicht bereits in der Vorrunde gegen direkte Konkurrentinnen antreten müssen. Für die übrigen Starterinnen bedeutet das zugleich, dass sie sich in den regulären Vorläufen gegeneinander durchsetzen müssen, um überhaupt in die Nähe der gesetzten Läuferinnen zu kommen. Genau in diesem Umfeld bewegten sich Pressler und Dlauhy, als sie ihre Vorläufe für sich entschieden und sich damit für die nächste Runde empfahlen, in der erstmals auch die favorisierten Athletinnen ins Geschehen eingreifen.







