Schwimm-EM: Simon Bucher will Silber über 50 Meter Delfin verteidigen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Simon Bucher geht bei der Schwimm-Europameisterschaft in Paris als einziger österreichischer Schwimmer mit einer Einzelstrecken-Medaille aus dem Vorjahr in den Bewerb. Der Tiroler hatte bei der EM 2024 in Serbien im Delfin-Sprint über 50 Meter Silber gewonnen und war zudem mit der Lagenstaffel Europameister geworden. Der 50-Meter-Bewerb wird bereits am Montag geschwommen, das Finale findet am Dienstag statt.

Titelverteidigung über die Sprintstrecke

Bucher ist 26 Jahre alt und tritt in Paris mit dem Anspruch an, seine Silbermedaille über 50 Meter Delfin zu bestätigen oder auszubauen. Neben dem Sprint startet er auch über 100 Meter Delfin, seiner nach eigenen Worten wichtigsten Strecke. Vorlauf und Semifinale über 100 Meter sind für Mittwoch angesetzt, der Endlauf folgt am Donnerstagabend.

Über diese Distanz kann Bucher auf eine kontinuierliche Entwicklung bei Europameisterschaften zurückblicken. Bei der EM 2018 in Glasgow belegte er auf 100 Meter Delfin Platz 54, 2021 in Budapest wurde er Zehnter, 2022 in Rom Fünfter und 2024 schließlich Vierter. Bei der Langbahn-WM 2024 gewann er über 100 Meter Delfin Silber, bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris erreichte er auf derselben Strecke Rang zehn. Bucher sagte, sein großes Ziel liege nach wie vor auf den 100 Metern Delfin, über die er sich auch für die Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren wolle.

Für die kommenden Olympischen Spiele wurden sämtliche 50-Meter-Strecken erstmals ins Programm aufgenommen, was der Sprintdistanz zusätzliches Gewicht verleiht.

Wechsel des Trainingsstützpunkts nach Innsbruck

Nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist Bucher seinem Trainer Florian Zimmermann vom bisherigen Stützpunkt Linz nach Innsbruck gefolgt. Kurz vor dem Abflug nach Paris absolvierte er gemeinsam mit Zimmermann noch eine einwöchige Trainingseinheit in Meran. Im Jänner und Februar hatte Bucher zudem rund einen Monat lang in Malaysia trainiert.

Zu den Trainingsbedingungen in Innsbruck äußerte sich Bucher kritisch. Im Freibad im Tivoli seien die Bedingungen auch im 50-Meter-Becken nicht optimal, das Wasser sei meistens zu kalt zum Sprinttraining. Malaysia habe dagegen andere Voraussetzungen geboten: Bei Temperaturen um die 30 Grad und relativ hoher Luftfeuchtigkeit trainierte Bucher dort unter anderem in einem Becken auf dem Dach einer Wohnanlage. Nach seinen Worten gebe es in Malaysia mehr 50-Meter-Becken in Wohnkomplexen als in ganz Westösterreich.

Sprintdisziplinen im Schwimmsport

Grundsätzlich gelten Sprintstrecken wie die 50 Meter Delfin im Schwimmsport als besonders anspruchsvoll, weil sie kaum Raum für Fehler im Start oder in der Wende lassen und von der Wassertemperatur stärker beeinflusst werden als längere Distanzen. Kühleres Wasser erschwert es Athleten häufig, die notwendige Explosivität in Start und Zügen aufzubauen, während wärmere Bedingungen das Aufwärmen und die Beweglichkeit erleichtern können. Trainingsaufenthalte in wärmeren Klimazonen werden im Spitzenschwimmen deshalb regelmäßig genutzt, um gezielt an Sprintqualitäten zu arbeiten, bevor internationale Wettkämpfe wie Europameisterschaften oder Olympische Spiele anstehen.

Die Aufnahme aller 50-Meter-Strecken ins Programm der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wertet die Sprintdisziplinen im internationalen Schwimmsport zusätzlich auf. Für Athletinnen und Athleten, die bislang vor allem über längere Distanzen bekannt waren, eröffnet sich damit eine weitere Möglichkeit zur Olympiaqualifikation. Trainingsstützpunkte mit stabilen Wassertemperaturen und guter Infrastruktur gelten in diesem Zusammenhang als wichtiger Faktor, um Sprintleistungen gezielt weiterzuentwickeln.