In Kematen an der Ybbs im Bezirk Amstetten findet am Wochenende die Weltmeisterschaft im Seifenkistenfahren statt. 75 Starterinnen und Starter aus acht Nationen treten dabei gegeneinander an: Sie kommen aus Österreich, Deutschland, Ungarn, England, den USA, Kanada, der Ukraine und Tschechien. Veranstalter ist der Verein Austria Seifenkiste.
Technische Kontrollen vor dem Start
Bereits am Freitag fanden technische Checks und Testfahrten statt. Dabei wurden die Reifen der Seifenkisten kontrolliert und die Bremsen getestet. Zudem wurden die Kisten gemeinsam mit den jeweiligen Fahrerinnen und Fahrern abgewogen. Jeder Teilnehmende erhält neue Räder, die zuvor ausgelost werden. Nach der Gewichtskontrolle wird ein Farbtupf angebracht, mit dem nachträgliche Manipulationen verhindert werden sollen.
Gefahren wird in vier unterschiedlichen Klassen: der Open-, der Rookie-, der Master- und der Eliteklasse. Die Einteilung richtet sich nach dem Gewicht des Gefährts sowie nach Alter und Gewicht des Fahrers oder der Fahrerin. Die Rennen selbst finden am Samstag und Sonntag jeweils ab 11.00 Uhr statt.
Zu den Teilnehmenden zählen die beiden zehnjährigen Mädchen Katharina Jagric aus Seitenstetten und Anna Beneder aus Zeillern, beide aus dem Bezirk Amstetten. Am Start ist auch der amtierende Weltmeister Stephan Schandl aus Hohenau bei Dobersberg im Bezirk Waidhofen an der Thaya sowie der deutsche Vizemeister Frank Gerigk-Lorenz.
Dritte Weltmeisterschaft des Vereins
Der Verein Austria Seifenkiste wurde vor rund 20 Jahren gegründet. Obmann Wilhelm Absenger organisiert mit dem Verein bereits die dritte Weltmeisterschaft im Seifenkistenfahren. Die erste fand 2017 am Red Bull Ring in Spielberg in der Steiermark statt, die zweite 2023 am Salzburgring. Nun ist Kematen an der Ybbs Austragungsort. Die Gemeinde hatte zuvor bereits eine Europameisterschaft im Seifenkistenfahren ausgerichtet und erhielt für die aktuelle Veranstaltung neuen Asphalt.
Wer selbst am Seifenkistensport teilnehmen möchte, muss nicht zwingend eine eigene Kiste besitzen. Austria Seifenkiste verleiht Fahrzeuge an Interessierte. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an vier von sieben Rennen sowie ein Mitgliedsbeitrag von 250 Euro.
Ein Motorsport ohne Motor
Seifenkistenrennen gehören zu den wenigen Motorsportdisziplinen, bei denen kein Antrieb zum Einsatz kommt. Die Fahrzeuge rollen ausschließlich durch die Schwerkraft ein Gefälle hinunter, weshalb Streckenführung und Straßenbelag eine wichtige Rolle für Geschwindigkeit und Fahrverhalten spielen. Konstruktion, Aerodynamik und das genaue Einhalten der zulässigen Gewichtsgrenzen entscheiden häufig über den Erfolg im Rennen.
Grundsätzlich ist der Bau der Kisten in vielen Ligen und Klassen an feste Regelwerke gebunden, die unter anderem Maße, Bremssysteme und Sicherheitsvorkehrungen betreffen. Kontrollen wie Gewichtsmessungen und technische Abnahmen vor dem Start dienen dazu, gleiche Ausgangsbedingungen für alle Teilnehmenden zu schaffen und die Sicherheit während der Fahrt zu gewährleisten. Solche Vorgaben zur Chancengleichheit sind bei vergleichbaren Motorsport- und Rollsportveranstaltungen üblich und tragen dazu bei, dass Fahrerinnen und Fahrer unterschiedlichen Alters und Gewichts in vergleichbaren Bedingungen gegeneinander antreten können.








