Sturm Graz braucht am Dienstagabend eine Aufholjagd, um in die Champions League einzuziehen. Der österreichische Vizemeister empfängt im Retourmatch der dritten Qualifikationsrunde Fenerbahce Istanbul in der heimischen Merkur-Arena in Graz-Liebenau. Das Hinspiel in der Türkei hatte Sturm mit 0:2 verloren. Anpfiff ist um 20.30 Uhr, ORF1 überträgt die Partie ab 20.15 Uhr.
Rückstand aus dem Hinspiel und die Ausgangslage
Sturm Graz muss den Rückstand aus dem Hinspiel gegen Fenerbahce Istanbul aufholen, um erstmals seit langer Zeit wieder in der Champions-League-Ligaphase vertreten zu sein. Der türkische Vizemeister ging in der ersten Partie mit 2:0 in Führung und reist mit diesem Polster nach Graz. Unabhängig vom Ausgang des Rückspiels hat sich Sturm Graz die Teilnahme an der Europa-League-Ligaphase bereits gesichert. In der vorangegangenen Runde hatte die Mannschaft von Trainer Fabio Ingolitsch Heart of Midlothian zu Hause deutlich mit 4:0 bezwungen und damit den Grundstein für das Duell mit Fenerbahce gelegt.
Personell setzte Sturm Graz zuletzt auch auf den ausgeliehenen Nelson Weiper. Der 21-Jährige, der von Mainz nach Graz gewechselt ist, erzielte am vergangenen Samstag beim 2:0-Auswärtssieg in Hartberg beide Tore. Mittelfeldregisseur Otar Kiteischwili laboriert unterdessen seit Saisonstart an Wadenproblemen, was seinen Einsatz im Rückspiel beeinflussen könnte.
Unterschiedliche Belastung im Terminplan
Die beiden Klubs gehen mit unterschiedlicher Wettkampfpraxis in die entscheidende Partie. Sturm Graz bestritt am vergangenen Wochenende bereits ein Ligaspiel und absolvierte insgesamt vier Partien innerhalb von elf Tagen. Vor dem Rückspiel gegen Fenerbahce blieb der Mannschaft von Fabio Ingolitsch dadurch nur ein Trainingstag zur Vorbereitung. Fenerbahce Istanbul befindet sich dagegen noch in einer anderen Saisonphase: Die türkische Süper Lig startet erst am kommenden Wochenende. Vor dem Hinspiel hatte der türkische Vizemeister sechs Trainingstage zur Verfügung, vor dem Rückspiel in Graz sind es fünf.
Fenerbahce hat im Sommer intensiv in den Kader investiert. Nach Vereinsangaben beliefen sich die Ausgaben für neue Spieler auf mehr als 80 Millionen Euro. Mit Ismail Kartal steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Zum Kader zählt unter anderem Talisca. International kann der Klub aus Istanbul auf eine bemerkenswerte Bilanz gegen österreichische Mannschaften verweisen: In bislang neun Duellen ging Fenerbahce nie als Verlierer vom Platz. In der Champions League selbst spielte der Verein zuletzt in der Saison 2008/09.
Ablauf der dritten Qualifikationsrunde
Grundsätzlich wird die dritte Qualifikationsrunde der Champions League im Hin- und Rückspielmodus ausgetragen. Nach zwei Partien entscheidet die addierte Tordifferenz über den Aufstieg, ein Auswärtstoreregel kommt in dieser Phase des Europapokals nicht mehr zur Anwendung. Der Sieger dieser Runde erreicht die Champions-League-Ligaphase, der Verlierer wird üblicherweise in die Europa League oder gegebenenfalls in die Qualifikation zur Conference League weitergereicht. Für österreichische Vereine gilt die dritte Qualifikationsrunde traditionell als eine der schwierigsten Hürden auf dem Weg in die Gruppen- beziehungsweise Ligaphase, da hier bereits kontinental etablierte Mannschaften aus größeren Ligen antreten.
Bei solchen Rückspielen mit knappem oder deutlichem Rückstand aus der ersten Partie setzen unterlegene Mannschaften häufig auf einen frühen Führungstreffer, um Druck aufzubauen und den direkten Vergleich offen zu halten. Gleichzeitig spielt die individuelle Belastungssteuerung der Spieler eine Rolle, insbesondere wenn wie im Fall von Sturm Graz mehrere Pflichtspiele in kurzer Zeit absolviert wurden. Vereine, die bereits mitten in der Ligasaison stehen, müssen dabei häufig Kompromisse zwischen läuferischer Frische und personeller Rotation treffen.
Für Sturm Graz besteht mit der bereits gesicherten Teilnahme an der Europa-League-Ligaphase eine gewisse Ausgangslage ohne sportliches Risiko im Fall eines Ausscheidens gegen Fenerbahce. Das Rückspiel in Graz-Liebenau bleibt dennoch von besonderer Bedeutung, da der Einzug in die Champions-League-






