Die Mitgliedsverbände der UEFA haben ihre Drohung zurückgezogen, sämtliche Wettbewerbe der FIFA zu boykottieren. Grund für die ursprüngliche Ankündigung waren Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino, die inzwischen gescheitert sind. Über den Rückzug der Boykottdrohung berichteten der britische Sender Sky News und die Zeitung The Times.
Rückzug der Boykottdrohung durch die europäischen Verbände
Die 55 Mitgliedsverbände der UEFA hatten zuvor mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands gedroht. Auslöser waren Investorenpläne von Infantino, die mittlerweile nicht mehr weiterverfolgt werden. Die UEFA hatte im Zusammenhang mit ihrer Drohung die Zusicherung verlangt, dass es künftig keine vergleichbaren Versuche mehr geben dürfe, den Sport auf diese Weise zu beeinflussen.
Konkrete Angaben dazu, welche Zugeständnisse die FIFA im Gegenzug gemacht hat, liegen nicht vor. Sky News und The Times berichteten über den Rückzug der Drohung, ohne die genauen Umstände der Einigung im Detail darzulegen.
Anstehende Termine im internationalen Fußballkalender
Unabhängig von der Auseinandersetzung um die Investorenpläne stehen im FIFA-Wettbewerbskalender weitere Termine an. Die Weltmeisterschaft der U20-Juniorinnen findet vom 5. bis 27. September in Polen statt. Zudem ist die Wahl des FIFA-Präsidenten für den 18. März 2027 in Rabat, Marokko, angesetzt. Infantino, der aktuell amtierende Präsident des Weltverbands, ist 56 Jahre alt.
Struktur und Zusammenspiel von FIFA und UEFA
Die FIFA ist der internationale Dachverband des Fußballs mit Sitz in Zürich und organisiert unter anderem die Weltmeisterschaften der Männer und Frauen sowie zahlreiche Nachwuchsturniere. Die UEFA bildet als einer von sechs Kontinentalverbänden einen der größten und finanziell einflussreichsten Blöcke innerhalb der FIFA-Strukturen. Entscheidungen auf Weltverbandsebene werden üblicherweise durch die Mitgliedsverbände der einzelnen Kontinentalverbände mitgetragen, wobei die europäischen Verbände aufgrund ihrer Anzahl und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung im Weltfußball erheblichen Einfluss ausüben können.
Boykottdrohungen gegenüber Wettbewerben des Weltverbands gelten grundsätzlich als eines der schärfsten Druckmittel, das Kontinentalverbänden zur Verfügung steht. Ein tatsächlicher Boykott würde nicht nur sportliche, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen, da FIFA-Turniere in hohem Maß von der Teilnahme europäischer Nationalverbände und Vereine abhängen. Solche Drohungen werden in der Praxis daher meist als Verhandlungsinstrument eingesetzt, um interne Reformen oder Zusicherungen von der Verbandsführung zu erreichen, bevor es tatsächlich zu einer Eskalation kommt.
Investoreneinstieg und externe Kapitalbeteiligungen sind im internationalen Sportbetrieb in den vergangenen Jahren wiederholt Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Verbänden, Vereinen und Wettbewerbsorganisatoren gewesen. Dabei geht es regelmäßig um die Frage, in welchem Ausmaß externe Geldgeber Einfluss auf sportliche Strukturen, Wettbewerbsformate oder Entscheidungsprozesse nehmen dürfen. Verbände wie die UEFA verweisen in solchen Debatten häufig auf den Erhalt sportlicher Integrität und auf die Notwendigkeit, Entscheidungsstrukturen innerhalb des Sports zu bewahren.
Präsidentenwahlen im Weltfußball
Die Wahl des FIFA-Präsidenten erfolgt durch die Mitgliedsverbände des Weltverbands und findet in der Regel im Rahmen eines FIFA-Kongresses statt. Die Kandidatur und Wiederwahl amtierender Präsidenten hängt dabei maßgeblich von der Unterstützung der einzelnen Kontinentalverbände ab, wobei die UEFA aufgrund der Zahl ihrer Mitgliedsverbände traditionell eine gewichtige Stimme innerhalb des Gesamtgremiums darstellt. Die kommende Wahl im März 2027 in Rabat wird in diesem Kontext als nächster formaler Termin für die Verbandsspitze der FIFA angesehen.







