Vier steirische Bergsteiger haben vor 50 Jahren als erste Menschen eine Route über den Südwestgrat des Nanga Parbat erschlossen. Hans Schnell, Robert Schauer, Siegfried Gimpel und Hilmar Sturm erreichten damit den Gipfel des 8.125 Meter hohen Bergs im Himalaya-Gebiet. Die vier verbrachten eine Stunde auf dem Gipfel, bevor sie den Abstieg antraten.
Erstbegehung am Südwestgrat
Die Route über den Südwestgrat war zuvor von keinem Bergsteiger begangen worden. Schnell, Schauer, Gimpel und Sturm öffneten den Weg gemeinsam und standen als erstes Team überhaupt auf dieser Linie am Gipfel des Nanga Parbat. Der Berg gilt unter Bergsteigern als besonders anspruchsvoll und wurde als „Killer Mountain“ bezeichnet.
Von den vier Beteiligten der damaligen Expedition ist einer der Bergsteiger inzwischen verstorben: Hilmar Sturm verlor wenige Jahre nach der Besteigung sein Leben am Großvenediger. Robert Schauer setzte seine Karriere im Hochgebirge fort und war später der erste Österreicher, der den Mount Everest erreichte. Hans Schnell betreibt heute ein Schlüsselmuseum in Graz.
Der Nanga Parbat als Ziel der Höhenbergsteiger
Der Nanga Parbat zählt zu den 14 Achttausendern der Erde und liegt im westlichen Himalaya. Er gilt seit Jahrzehnten als einer der gefährlichsten Berge für Höhenbergsteiger, was ihm den Beinamen „Killer Mountain“ einbrachte. Grundsätzlich zeichnen sich Achttausender durch extreme Höhenlagen aus, in denen der Sauerstoffgehalt der Luft stark reduziert ist und Wetterumschwünge rasch auftreten können. Expeditionen an solchen Bergen erfordern üblicherweise eine mehrwöchige Vorbereitung mit Akklimatisierung in verschiedenen Höhenlagern, bevor der eigentliche Gipfelversuch unternommen wird.
Die Erschließung neuer Routen an Achttausendern galt und gilt in der Bergsteigerszene als besondere sportliche Leistung, da unbekanntes Gelände zusätzliche Risiken durch Steinschlag, Lawinen oder schwierige Kletterpassagen mit sich bringt. Historisch wurden viele der bedeutenden Erstbegehungen an den höchsten Bergen der Welt im Verlauf des 20. Jahrhunderts von europäischen Expeditionsteams unternommen, wobei auch österreichische Bergsteiger wiederholt an prägenden Unternehmungen im Himalaya beteiligt waren.






