Die WSG Tirol hat am Freitagabend bei Austria Lustenau mit 4:0 gewonnen. Bei strömendem Regen und vor 4.219 Zuschauern erzielten Nikolai Baden Frederiksen mit zwei Treffern sowie Michael Olakigbe und Marc Striednig die Tore für die Tiroler. Durch den Auswärtserfolg liegt die WSG Tirol vorübergehend auf dem siebenten Tabellenplatz.
Vier Treffer bei schwierigen Bedingungen
Die Führung für die WSG Tirol fiel früh: Michael Olakigbe traf per Volley zum 1:0, nachdem eine Flanke von Husein Balic abgefälscht worden war. Kurz darauf erhöhte Nikolai Baden Frederiksen mit einem Linksschuss ins lange Eck auf 2:0. Nach einer Stunde baute Marc Striednig die Führung per Kopfball-Bogenlampe nach einer Ecke von Thomas Goiginger auf 3:0 aus.
Den Schlusspunkt setzte erneut Baden Frederiksen per Elfmeter zum 4:0. Der Strafstoß war nach einem VAR-Entscheid gegeben worden, nachdem Lustenaus Torhüter Phillip Böhm bei einer missglückten Faustabwehr Drew Murray am Kopf berührt hatte. Für Böhm war es das Bundesliga-Debüt im Tor der Austria.
Auf Seiten Lustenaus blieben nur wenige Chancen. Nach seiner Einwechslung traf Raphael Gschösser in der 79. Minute per Dropkick die Latte. Wenig später, in der 82. Minute, hatten Precious Benjamin und Seydou Diarra die beste Gelegenheit für Lustenau auf einen Ehrentreffer, blieben jedoch ohne Erfolg. Bei der WSG Tirol war Moritz Oswald, eine Leihgabe von Rapid, im Einsatz, während Domenik Schierl gesperrt fehlte. Die Mannschaft von Trainer Philipp Semlic zeigte sich trotz der widrigen Wetterbedingungen effizient und ließ Lustenau kaum Möglichkeiten.
Historisch starke Auswärtsbilanz der WSG Tirol
Mit dem 4:0 verbuchte die WSG Tirol einen ihrer deutlichsten Bundesliga-Auswärtssiege. Nur ein 5:1 beim TSV Hartberg im Oktober 2022 fiel in der Vereinsgeschichte noch höher aus. Zudem setzte sich der positive Trend gegen Austria Lustenau fort: Die WSG Tirol hat nun vier ihrer jüngsten fünf Bundesliga-Duelle in Lustenau für sich entschieden.
Grundsätzlich gelten Auswärtsspiele bei Regen als besondere Herausforderung für offensiv ausgerichtete Mannschaften, da nasser Untergrund präzise Ballführung und technische Abschlüsse erschwert. Dass die WSG Tirol unter diesen Bedingungen gleich vier Treffer erzielte, unterstreicht die Wirksamkeit ihrer Angriffsaktionen an diesem Abend. Der Einsatz des Videoschiedsrichters bei der Entscheidung zum Elfmeter zeigt zudem, wie technische Hilfsmittel mittlerweile auch in strittigen Torwartaktionen zur Bewertung herangezogen werden. Bei Zweikämpfen zwischen Torhütern und Angreifern im eigenen Strafraum prüft der VAR insbesondere, ob ein Kontakt regelwidrig zustande kam und ob dieser unmittelbar zur Spielsituation beigetragen hat.
Leihgeschäfte wie jenes von Moritz Oswald, der von Rapid an die WSG Tirol verliehen ist, gehören im österreichischen Profifußball zu den gängigen Instrumenten der Kaderplanung. Vereine ermöglichen jungen oder aktuell nicht fest eingeplanten Spielern auf diesem Weg regelmäßige Einsatzzeiten bei einem anderen Club, während der ursprüngliche Verein die sportliche Entwicklung weiterverfolgen kann. Debüts wie jenes von Phillip Böhm im Tor von Lustenau sind in der Bundesliga ebenfalls keine Seltenheit, wenn personelle Situationen im Kader eine Umstellung erforderlich machen.








