ASFINAG startet Vorarbeiten für S1 zwischen Groß-Enzersdorf und Knoten Süßenbrunn
Die ASFINAG hat mit bauvorbereitenden Maßnahmen für den Freilandabschnitt der S1 von Groß-Enzersdorf bis zum Knoten Süßenbrunn begonnen. Der Beginn dieser Vorarbeiten war für das Frühjahr 2026 angekündigt worden.
ASFINAG-Sprecher Andreas Steindl bestätigte den Start der Arbeiten in diesem Abschnitt. Die vorbereitenden Maßnahmen sollen nach derzeitiger Planung bis zum Herbst dauern.
Umsetzung von Auflagen aus Umweltverträglichkeitsprüfung
Zu den bauvorbereitenden Arbeiten zählt nach Angaben der ASFINAG unter anderem das Aufstellen von Baucontainern. Zudem werden im Zuge der Vorarbeiten sechs Zählstellen errichtet.
Diese Zählstellen sind Teil der Umsetzung von Auflagen aus der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt S1. Die Prüfung umfasst rund 600 Auflagen. Die Zählstellen dienen der Erfassung der Frequenz des Lkw-Verkehrs.
ASFINAG-Vorstandschef Hartwig Hufnagl erklärte, dass für den Freilandabschnitt der S1 sämtliche Genehmigungen rechtssicher und unanfechtbar vorliegen.
Rechtliche Einschätzungen und EuGH-Verfahren
Wenige Tage vor dem Start der Vorarbeiten hatte der Jurist Konrad Lachmayer von der Sigmund-Freud-Privatuniversität die Ansicht vertreten, dass für den Bau des ersten Abschnitts der S1 ein Entscheid des Europäischen Gerichtshofes abzuwarten sei. Sein Gutachten wurde im Auftrag des S1-kritischen Vereins VIRUS erstellt.
In dem Gutachten wird unter anderem festgehalten, dass nach Unionsrecht eine strategische Umweltprüfung durchzuführen sei, wenn erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind. Ob für die gesamte S1 eine solche strategische Umweltprüfung erforderlich ist, soll vom Europäischen Gerichtshof entschieden werden. Eine Entscheidung wird voraussichtlich im Herbst 2026 erwartet.
Kritik von Grünen und Umweltorganisationen
Grüne und mehrere Umweltorganisationen lehnen den Baustart der Vorarbeiten für die S1, die in diesem Zusammenhang als Lobau-Autobahn bezeichnet wird, ab. Sie äußerten dazu Kritik und nahmen dabei auch Bezug auf die verkehrs- und umweltpolitische Ausrichtung des Projekts.
Die Mobilitätssprecherin der Grünen, Elisabeth Götze, äußerte Kritik am Beginn der Vorarbeiten. Der WWF, vertreten durch Simon Pories, sowie Greenpeace-Sprecher Marc Dengler stellten sich ebenfalls kritisch zum Projekt Lobau-Autobahn beziehungsweise zum Start der Arbeiten.
Global 2000 forderte, dass die Regierung den öffentlichen Verkehr ausbauen solle. Klima- und Energiesprecherin Hannah Keller verwies dabei nach eigener Darstellung auf Vorteile eines Ausbaus des öffentlichen Verkehrs in Bezug auf Geschwindigkeit, Kosten, Umweltfreundlichkeit und Verkehrsentlastung. Laila Kriechbaum von Fridays For Future kritisierte Verkehrsminister Hanke im Zusammenhang mit dem Festhalten am Projekt Lobau-Autobahn.








