Fahrerlose Busse: Steiermark soll ab 2027 Testregion werden
Österreich geht in die nächste Phase beim automatisierten Fahren im öffentlichen Verkehr. Künftig sollen fahrerlose Busse unter Aufsicht im öffentlichen Straßenverkehr getestet werden dürfen, wobei die Steiermark eine zentrale Rolle als Testregion einnehmen soll.
Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) hat angekündigt, dass der Fokus des Projekts auf dem Einsatz im öffentlichen Verkehr, insbesondere im ländlichen Raum, liegen soll. Fahrerlose Busse könnten demnach Ende 2027 verkehren.
Modellregionen und Förderung
Geplant ist, automatisierte Busse in vier Modellregionen in der Steiermark, Kärnten, Tirol und Oberösterreich zu erproben. Der Bund fördert das Projekt mit 3,5 Millionen Euro. Die Planung zielt dabei auf einen späteren flächendeckenden Regelbetrieb für selbstfahrende Busse in Österreich ab.
Bevor ein solcher Regelbetrieb starten kann, sind allerdings noch mehrere Jahre mit Tests im öffentlichen Raum vorgesehen. Für diese Testphase soll auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden.
Schwerpunkt Weststeiermark
In der Steiermark wird die Weststeiermark als Schwerpunktregion genannt. Dort arbeitet die Grazer Firma Alp.Lab an automatisierten Bussen entlang der Koralmbahn. Nach Angaben von Geschäftsführer Christoph Knauder bereitet das Unternehmen seit Jahren Mobilitätslösungen und Systeme der Zukunft vor.
Als erste konkrete Verbindung sind autonome Busse zwischen dem Bahnhof Weststeiermark und Deutschlandsberg vorgesehen. Laut Jost Bernasch, Geschäftsführer von Virtual Vehicle in Graz, könnten dort erste Busse möglicherweise ab Ende 2027 im Testbetrieb unterwegs sein. Ein rascher Beginn der Umsetzung einer ersten Strecke wäre demnach möglich, sobald der rechtliche Rahmen dafür vorliegt.
Forschung und Projekt „Roberta“
Autonomes Fahren wird in der Steiermark bereits seit Jahren erforscht. Als federführend wird das Forschungszentrum Virtual Vehicle mit 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschrieben. Die Weststeiermark ist zudem Teil des bundesweiten Projekts „Roberta“ im Bereich automatisiertes Fahren.
Bundesweit werden weitere Modellregionen für automatisiertes Fahren gesucht. Im Zusammenhang mit den für Herbst angekündigten Ausschreibungen wird die Möglichkeit genannt, dass sich die Steiermark hier in eine besonders gute Ausgangsposition bringen könnte.
In der Anfangsphase des geplanten Betriebs sollen in den autonomen Bussen noch Sicherheitspersonal an Bord sein.








