Steiermark: Geringes Potenzial für CO2-Speicherung im Boden
Die Montanuniversität Leoben untersucht intensiv Möglichkeiten, Kohlendioxid (CO2) dauerhaft im Untergrund zu speichern. Diese sogenannte CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) war in Österreich bislang verboten, soll im Zuge einer Industriestrategie jedoch erlaubt werden.
In der Steiermark wird das Potenzial für eine CO2-Einlagerung im Boden als gering beschrieben. Nach derzeitiger Einschätzung bieten andere Regionen in Österreich deutlich bessere Voraussetzungen.
Forschung zu Lagerstätten und Technik
Die CCS-Technik ermöglicht es, überschüssiges CO2 aus Industriegebieten abzutransportieren und in tiefe, poröse Gesteinsschichten zu pressen. Als mögliche Lagerstätten gelten ehemalige Erdgaslager in Tiefen von rund 2.000 bis 3.000 Metern.
David Misch von der Montanuniversität Leoben weist darauf hin, dass es in der Steiermark weniger geeignete Möglichkeiten für die CO2-Einlagerung gibt. Er sieht hingegen Potenzial im Wiener Becken sowie in Oberösterreich und Niederösterreich.
Nutzen und Grenzen der CO2-Verpressung
Die CO2-Verpressung wird als eine Option beschrieben, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Besonders für Branchen wie die Stahlindustrie und die Zementproduktion könnte die Technik eine Rolle spielen, um vorgegebene Emissionsgrenzen einzuhalten.
Gleichzeitig gilt CCS als sehr energieintensiv und mit erheblichen Kosten verbunden. Nach Angaben von Misch entstehen bei der Verpressung einer Tonne CO2 zusätzlich 20 bis 30 Prozent mehr CO2-Emissionen, weil der notwendige Energieaufwand selbst Emissionen verursacht.
Regionale Lagerung und internationale Projekte
Misch verweist auf Projekte zur CO2-Speicherung in der Nordsee und in Norditalien. Grundsätzlich gilt eine möglichst nahe gelegene Lagerstätte als vorteilhaft, da kürzere Transportwege geringere Kosten verursachen.
Ist eine nahe Lagerung nicht möglich, könnten CO2-Transporte laut den Einschätzungen im industriellen Maßstab auch über Hunderte bis Tausende Kilometer erfolgen – etwa über Pipelines, per Schiff oder mit anderen Transportmitteln.
Trotz der Nachteile bewertet Misch CCS als sinnvollen Baustein zur Bewältigung der Klimakrise und betont, dass sämtliche derzeit verfügbaren Maßnahmen eingesetzt werden sollten.








