Tauernklinikum Zell am See: Erste ME/CFS-Ambulanz in Österreich stößt auf hohe Nachfrage
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Bild: ©Photoart Reifmüller

Im Tauernklinikum Zell am See im Pinzgau werden seit Anfang April Patientinnen und Patienten betreut, die von ME/CFS betroffen sind. Die Einrichtung ist als ambulante Anlaufstelle organisiert und richtet sich an Betroffene aus Salzburg und darüber hinaus.

Laut Angaben leiden allein in Salzburg rund 5.000 Menschen an ME/CFS, das derzeit als unheilbare Erkrankung beschrieben wird. Die Ambulanz in Zell am See gilt als erste Einrichtung dieser Art in Österreich.

Seit 1. April wurden in der ME/CFS-Ambulanz im Tauernklinikum Zell am See mehr als 60 Betroffene betreut. Geleitet wird die Anlaufstelle von Rene Wenzel. Zum Behandlungskonzept gehören unter anderem Übungen wie „Pacing“.

Beim Pacing werden Patientinnen und Patienten nach Darstellung von Rene Wenzel informiert und trainiert, mit ihren eigenen Energiereserven hauszuhalten. Aktivierende Übungen bezeichnet er für ME/CFS-Betroffene als kontraproduktiv. Jeder sogenannte Crash nach einer Überlastung berge demnach die Gefahr, dass sich der Zustand der Patientinnen und Patienten weiter verschlechtert.

Die Einrichtung wird von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und dem Land Salzburg finanziert. Im Normalfall werden dort Betroffene ab 14 Jahren behandelt. Für jüngere Patientinnen und Patienten bestehen ergänzende Angebote in Einzelfällen, etwa über Telemedizin.

Der Salzburger Felix Grünwald sucht Unterstützung für seine 13-jährige Tochter Laura, die seit zweieinhalb Jahren an ME/CFS leidet. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands war für sie bisher kein Besuch in der Ambulanz möglich, für sie kommt daher eine telemedizinische Betreuung in Frage. Nach Schilderung des Vaters ist seine Tochter ausschließlich in einem abgedunkelten Zimmer und hat noch einige Freundinnen, mit denen sie über WhatsApp kommuniziert. Er beschreibt, seine Tochter sei eigentlich in ihrem Zimmer gefangen.

Die Salzburger Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) verweist darauf, dass derzeit ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin gesucht wird, der oder die bereit ist, sich tiefergehend mit ME/CFS auseinanderzusetzen. Ziel ist es, ein entsprechendes Angebot für Kinder mit ME/CFS aufzubauen. Ein mobiler Dienst im Zusammenhang mit der ME/CFS-Versorgung soll aus Kostengründen frühestens im kommenden Jahr starten.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.