Tirol im Teuer-Ranking: Moderater Anstieg der Wohnkosten trotz erhöhter Immobilientransaktionen
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Immobilienpreisspiegel: Wohnkosten in Tirol steigen weiter moderat

Tirol zählt bei der Entwicklung der Wohnpreise österreichweit zu den teuersten Regionen. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Tirol sind die Immobilienpreise im Bundesland im Jahr 2025 gestiegen, zugleich hat auch die Zahl der Immobilientransaktionen zugenommen.

Nach Angaben der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder hat sich der Markt im Bereich Kauf und Verkauf von Immobilien 2025 konsolidiert. Die Preissteigerungen bei Eigentums- und Mietwohnungen lagen den vorliegenden Angaben zufolge unter einem im Bericht genannten Inflationswert von 3,6 Prozent.

Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Tirol wurde an einem Dienstag präsentiert. Demnach verzeichnete Tirol 2025 nur leichte Anstiege beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Immobilien. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen im Erstbezug lag bei 4.256 Euro und stieg damit um 1,46 Prozent. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Mietwohnungen erhöhten sich um 2,24 Prozent.

Die Situation am Mietmarkt wird im Bericht dennoch als angespannt beschrieben, insbesondere im Großraum Innsbruck. Dort lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Mieten bei 15,62 Euro, während der Tirol-Schnitt mit 11,39 Euro angegeben wird. Für das Jahr 2026 wird mit einer weiterhin angespannten Lage am Mietmarkt gerechnet, zugleich werden politische Maßnahmen zur Entlastung angeregt, etwa durch mehr Wohnraum und Anpassungen der Wohnbauförderung, damit der Mittelstand in Städten zu leistbarem Eigentum kommen kann.

Auf Bundesebene stiegen die Immobilientransaktionszahlen laut Bericht auf rund 91.000 und damit um knapp 9 Prozent. Im Wohnsegment wurde österreichweit ein Zuwachs der Transaktionen um 21 Prozent verzeichnet, eine Entwicklung, die nach Darstellung der Fachgruppe auch in Tirol deutlich sichtbar ist. Zugleich wird Bauland als „Sorgenkind“ beschrieben: Österreichweit ging die Zahl der Transaktionen bei Baugrundstücken um etwa 3,66 Prozent zurück, während Bauland in Tirol aufgrund begrenzter Verfügbarkeit als besonders knapp und kostspielig dargestellt wird, was sich dämpfend auf dieses Marktsegment auswirke.

Der Preisspiegel weist zudem regionale Unterschiede aus. Für die Bezirkshauptstadt Kitzbühel wird 2025 ein Rückgang der Immobilienkäufe um 7,9 Prozent gemeldet. Als ein Grund werden in der Berichterstattung Unsicherheiten im Zusammenhang mit Freizeitwohnsitzen genannt. Das Thema Freizeitwohnsitze war in Tirol wiederholt Anlass für Auseinandersetzungen und wurde etwa beim Anwaltstag der österreichischen Rechtsanwälte in Innsbruck kontrovers diskutiert. Dabei wurde die Kontrolle von Freizeitwohnsitz-Inhabern als überschießend kritisiert, und sowohl die Stadtführung von Kitzbühel als auch Tourismusverbände bemängelten die derzeitige Handhabung des Landes bei diesen Kontrollen.

Offene Punkte

Der Bericht macht keine Angaben zu den methodischen Grundlagen und Datensätzen des Immobilienpreisspiegels, ebenso wenig zur detaillierten regionalen Aufschlüsselung der rund 91.000 Immobilientransaktionen in Österreich. Auch bleibt unklar, auf welche genauen Segmente des Mietmarkts sich die durchschnittlichen Quadratmeterpreise beziehen und welche konkreten politischen Maßnahmen zur Entlastung des Mietmarktes geplant oder beschlossen sind. Für den Rückgang der Immobilienkäufe in Kitzbühel werden Gründe genannt, eine unabhängige Bestätigung dieser Ursachen über die zitierten Darstellungen hinaus wird im Bericht jedoch nicht ausgeführt. Zudem wird nicht präzisiert, welche rechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Änderungen zu den beschriebenen Unsicherheiten bei Freizeitwohnsitzen geführt haben.