Tiroler Grüne wählen Gebi Mair als Spitzenkandidaten: Online-Abstimmung bringt Überraschungsergebnis
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Gebi Mair zum grünen Spitzenkandidaten in Tirol gewählt

Gebi Mair ist bei der Landesversammlung der Tiroler Grünen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2027 gewählt worden. Die Wahl fand an einem Samstag statt und wurde als Online-Abstimmung durchgeführt.

Mair setzte sich dabei mit 63 Prozent der Stimmen gegen Hermann Weratschnig durch, der 37 Prozent erhielt. Gleichzeitig wurde Mair in seiner Funktion als Landessprecher der Tiroler Grünen bestätigt.

Online-Abstimmung und Beteiligung

Rund 460 Mitglieder der Tiroler Grünen waren bei der Wahl stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 73 Prozent. Das Ergebnis der Online-Abstimmung wurde bei der 56. Landesversammlung der Tiroler Grünen im SZentrum in Schwaz verkündet, an der 90 Parteimitglieder teilnahmen.

Die Tiroler Grünen nutzen die Online-Wahl bereits seit der Spitzenkandidatenwahl für die Landtagswahl 2022. Auch bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl 2024 kamen Online-Wahlen zum Einsatz. Mit diesem Verfahren soll eine höhere Wahlbeteiligung erreicht werden.

Personen und innerparteiliche Weichenstellungen

Der 42-jährige Gebi Mair ist amtierender Landessprecher der Tiroler Grünen und Klubobmann. Der 50-jährige Hermann Weratschnig ist ehemaliger Nationalrat und Schwazer Gemeinderat. Beide sind seit längerer Zeit in der Politik der Grünen aktiv.

Weratschnig gab erst zum Ende der Bewerbungsfrist bekannt, dass er bei der Wahl antreten werde. Mair war bis vor Kurzem nicht davon ausgegangen, bei der Landesversammlung Konkurrenz zu erhalten. Bei der letzten Landessprecherwahl hatte Mair 67,6 Prozent der Stimmen erhalten.

Im aktuellen Wahlgang warb Mair mit sich als „Zugpferd an der Spitze“, während Weratschnig im Wahlkampf seine „Erfahrung“ betonte und die Grünen als möglichen Regierungspartner nach der Wahl positionieren wollte. Bei der Landesversammlung hielten beide keine längeren Bewerbungsreden mehr.

Statutenänderung und künftige Wahlen

Die Tiroler Grünen hatten im Vorjahr eine Statutenänderung beschlossen, wonach der Spitzenkandidat gleichzeitig zum Landessprecher gewählt wird. Bei der aktuellen Landesversammlung wurde dieses Modell erstmals umgesetzt.

Die nächste Landessprecherwahl der Tiroler Grünen ist planmäßig in drei Jahren vorgesehen. Dann muss nicht zwingend erneut ein Spitzenkandidat gewählt werden.

Bundespartei betont Bedeutung der Landtagswahlen

Als Vertreterin der Bundespartei nahm die stellvertretende Bundessprecherin und ehemalige Justizministerin Alma Zadic an der Landesversammlung teil. Sie bezeichnete die Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich im Jahr 2027 als „extrem wichtig für Österreich und uns Grüne“.

Als Grund für diese Einschätzung nannte Zadic das Erstarken rechter Parteien. Sie sagte, FPÖ-Chef Herbert Kickl sitze „siegessicher im Parlament“ und erklärte, die Grünen seien „die einzigen, die sich gegen die FPÖ stellen“.