Tiroler Hallenbäder trotzen wirtschaftlichem Druck: Wachsende Gästezahlen trotz steigender Kosten und hoher Abhängigkeit von Förderungen
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Tiroler Hallenbäder: Steigende Kosten, stabile Lage und hohe Förderungen

Die öffentlichen Hallenbäder in Tirol arbeiten wirtschaftlich unter Druck, verzeichnen aber stabile Verhältnisse und leicht steigende Gästezahlen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Eintrittserlöse im Durchschnitt nur etwas mehr als die Hälfte der Kosten decken.

Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Uni-Institut für Sportwissenschaften erstellt und bei der Winterbilanz der Bäderbranche präsentiert. In die Analyse flossen Daten von 21 Hallenbädern ein, die in der Wintersaison 2025/2026 geöffnet waren und an einer Befragung teilgenommen haben.

Leicht mehr Gäste, nur teilweise Kostendeckung

Laut Studie sind die Gästezahlen in den teilnehmenden Tiroler Hallenbädern in der Wintersaison 2025/2026 leicht gestiegen. Die wirtschaftliche Lage der befragten Betriebe wird dennoch insgesamt als stabil beschrieben.

Studienautor Martin Schnitzer hält fest, dass die Besuchererlöse im Schnitt nur etwas mehr als die Hälfte der anfallenden Kosten decken. Steigende Energie- und Personalkosten setzen nach seinen Angaben insbesondere Gemeindebäder unter Druck, zusätzlich erschweren notwendige Sanierungen die Situation.

Branchensprecher Michael Kirchmair von der Wirtschaftskammer erklärte bei einer Pressekonferenz, die Wintersaison sei für Tirols Hallenbäder insgesamt zufriedenstellend verlaufen. Zugleich stehen die meisten Häuser laut Branchenangaben unter dem Einfluss steigender Energiekosten und eines Fachkräftemangels.

Bedeutung für Sport, Kinder und Daseinsfürsorge

Die Studie hebt die Rolle der Hallenbäder als Element der Daseinsfürsorge hervor. Branchenvertreter bezeichnen die Bäder als wichtigen Bestandteil der Grundversorgung. Schwimmen zählt demnach neben Wandern und Skisport zu den beliebtesten Sportarten und wird in allen Altersgruppen regelmäßig ausgeübt.

Ulrich Mayerhofer, Bäderchef der Innsbrucker Kommunalbetriebe, betonte, dass Hallenbäder nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die heimische Bevölkerung bedeutsam sind. Er beschreibt sie als Orte der Bewegung, der Gesundheit und des sozialen Miteinanders. Besonders für Schwimmkurse komme den Einrichtungen eine wichtige Funktion zu.

Zwischen Jänner und Juli 2025 wurden mehr als 54.000 Kindereintritte in Tiroler Bädern vom Land Tirol gefördert. Mayerhofer führt diese Zahl als Hinweis an, dass die Anlagen von Schulen und Kindergärten intensiv genutzt werden und die Betriebe einen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit von Kindern leisten.

Landesförderung bis 2029 und laufende Projekte

Das Land Tirol unterstützt den Betrieb, Sanierungen und Neubauten von Hallenbädern mit einem Förderprogramm von insgesamt 75 Millionen Euro bis zum Jahr 2029. Vorgesehen sind ein Sockelbetrag von jeweils 100.000 Euro für die Betreiber sowie leistungsbezogene Förderanteile. Nach Branchenangaben helfen diese Mittel, laufende Kosten besser abzufedern.

Branchensprecher Michael Kirchmair sieht in der Bäderförderung des Landes eine positive Wirkung. Bislang wurden Förderansuchen in Höhe von 22 Millionen Euro abgesegnet. Dazu zählen der Neubau des Schwimmbads Axams sowie die Sanierungen der Hallenbäder Höttinger Au und Ehrwald.

Als förderwürdig eingestuft wurden vom Bäderbeirat zudem die Projekte Pitz Park, Stubay, das Regionalbad Telfs-Oberland und der Zubau Höttinger Au. Weitere Vorhaben für Hallenbäder befinden sich in Prüfung, parallel treiben Gemeinden zusätzliche Projekte voran.

Forderungen nach Anpassung der Bäderförderung

Angesichts der Vielzahl an Projekten erklärte Kirchmair, dass sich die Unterstützung aller Vorhaben mit den derzeit bis 2029 vorgesehenen Mitteln nicht ausgehe. Er fordert eine rasche Evaluierung der Bäderförderung, transparente und fachlich begründete Prioritäten bei der Vergabe sowie eine Abkehr vom Prinzip „first come, first serve“.

Nach seiner Vorstellung soll sich die Vergabe von Fördermitteln stärker daran orientieren, welches Projekt für die jeweilige Region am besten geeignet ist. Vertreter der Hallenbäder wünschen sich darüber hinaus eine Überarbeitung der Förderrichtlinien und eine langfristige Absicherung der Bäderförderung über das Jahr 2029 hinaus.

Besonders im Fokus stehen dabei die Kriterien für Sanierungsprojekte: Derzeit kommen Förderungen erst bei Projektkosten ab zwei Millionen Euro in Frage. Diese Mindesthöhe wird von den meisten Betreibern als zu hohe Hürde angesehen.