Österreich verpasst WM-Viertelfinale, zieht aber positive Bilanz
Österreichs Eishockey-Nationalteam hat bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz den Aufstieg ins Viertelfinale verpasst. Durch eine 1:4-Niederlage gegen die USA in Zürich schied die Mannschaft aus dem Turnier aus, sicherte sich mit Platz sechs in der Gruppe aber den Klassenerhalt.
Um ins Viertelfinale einzuziehen, wäre ein Sieg gegen die USA notwendig gewesen. Die Partie gegen den amtierenden Weltmeister fand am Dienstag in Zürich statt, wo Österreich alle Gruppenspiele bestritt.
Der 21-jährige Rankweiler Vinzenz Rohrer sprach nach dem Spiel von „gemischten Gefühlen“ und bezeichnete das Ausscheiden als „bitter“. Zugleich betonte er, man könne auf die Teamleistung „mega stolz“ sein. Den Stolz auf seine Mitspieler („die Jungs“) hob Rohrer besonders hervor und erklärte, es sei nicht selbstverständlich, es ins Viertelfinale zu schaffen – vor allem gegen Gegner wie Finnland, USA und Deutschland, die er nicht als schlechte Mannschaften bezeichnete.
Rohrer verwies darauf, dass in drei Spielen Punkte verpasst worden seien, was er als „ein bisschen ärgerlich“ beschrieb. Angesichts des Gesamtbildes sprach er dennoch von einer „super WM“ und davon, „mega, mega stolz“ sein zu können. Bei der WM in Zürich erhielt er Unterstützung von Schweizer Fans, Rohrer hatte zuvor für die ZSC Lions gespielt. Im Turnier erzielte er drei Tore und einen Assist.
Der Dornbirner Simeon Schwinger markierte beim letzten Auftritt des österreichischen Teams seinen ersten WM-Treffer. Der Vorarlberger Defensivspieler Ramon Schnetzer stand ebenso wie Rohrer im letzten Spiel auf dem Eis. Nicht eingesetzt wurde der gebürtige Dornbirner Dominic Zwerger, Stammspieler im Nationalteam, der sich im WM-Spiel gegen Finnland an der Schulter verletzt hatte. Zwerger hatte zuvor ein Tor und drei Assists erzielt.
Bei der WM fehlten mit dem Vorarlberger Marco Rossi und dem Kärntner Marco Kasper zwei NHL-Spieler im österreichischen Aufgebot. Rohrer erwähnte, dass einige neue Spieler im Team standen. Er selbst stieß nach dem Play-off-Aus mit Laval Rocket, dem Farmteam der Montreal Canadiens in der nordamerikanischen AHL, zur Auswahl des ÖEHV. Vor dem Turnier hatte er Probleme mit einem Fuß, sagte aber, es sei „gut gegangen“.
Rohrer schilderte zudem die Atmosphäre im Nationalteam. Er sagte, er habe dort sehr schnell Kraft getankt und wenn gute Energie vorhanden sei und viel gelacht werde, komme „so viel andere Energie auf“. Es mache immer Spaß, zum Nationalteam zu kommen, die Stimmung beschrieb er als „Familiengefühl“. Gruppenbildungen gebe es kaum, jeder sitze neben jedem, man fühle sich untereinander richtig wohl.
Teamchef Roger Bader zog nach der WM eine insgesamt positive Bilanz. Er sagte, Österreich habe sich mehr als nur anständig von dieser WM verabschiedet und durch Kampfgeist und Leidenschaft viele Sympathien geholt. Mit neun Punkten habe die Mannschaft die zweitbeste WM der letzten 20 Jahre gespielt; 2025 waren es zehn Punkte gewesen.
Bader betonte, diesmal seien die wichtigen Spiele am Anfang gewesen. Die Partien gegen Großbritannien und Ungarn bezeichnete er als harte Spiele. Gegen Lettland sei Österreich eine absolute Topleistung gelungen, gegen Deutschland sei das Team nach 30 Minuten 1:0 vorne und damit im Viertelfinale gewesen. Unterm Strich müsse man sehr zufrieden sein, so Bader, die Mannschaft bekomme von ihm ein „Riesenlob“, weil sie sich kämpferisch so reingekniet habe. Nach wie vor sei es nicht selbstverständlich, dass Österreich bei einer Weltmeisterschaft „durchmarschiert“.
Viele österreichische Fans, darunter auch zahlreiche aus Vorarlberg, waren zur Unterstützung der Nationalmannschaft nach Zürich gereist. Mit Platz sechs in der Gruppe ist der Klassenerhalt geschafft, das Viertelfinale blieb Österreich jedoch verwehrt.
Hinweis zur Faktenprüfung
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