Turmhohe bunte Meinungsverschiedenheiten: Rederechtsstreit erschüttert Arbeiterkammer Kärnten
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Vorfall bei Rede in Arbeiterkammer Kärnten sorgt für politische Diskussion

Bei einer Vollversammlung der Arbeiterkammer (AK) Kärnten ist es während einer Rede von Kammerrätin Roswitha Tomic zu einem Vorfall am Rednerpult gekommen. Die Situation ist in einem Videostream dokumentiert und hat politischen Wirbel ausgelöst.

Tomic, die der Allgemeinen Liste Gesundheitspersonal angehört, überschritt bei ihrer Wortmeldung die vorgegebene Redezeit deutlich. Der Vorsitzende der AK-Vollversammlung, Gerald Loidl von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, machte sie mehrfach auf die Überschreitung aufmerksam, Tomic reagierte jedoch nicht und setzte ihre Rede fort.

Auseinandersetzung am Rednerpult

Während der Rede ging Birgit Zemasch von den Freiheitlichen Arbeitnehmern nach vorne zum Rednerpult. Sie packte Tomic mehrmals am rechten Arm und versuchte, sie vom Rednerpult zu zerren sowie deren Unterlagen mitzunehmen. Tomic weigerte sich, das Rednerpult zu verlassen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen setzte sich Zemasch wieder.

Nach dem Einschreiten von Zemasch führte Tomic ihre Rede noch rund eineinhalb Minuten weiter. Der Vorsitzende Loidl erklärte im Nachhinein, es gebe jemanden, der darauf achten müsse, dass die Geschäftsordnung eingehalten werde, und das habe er getan. Er gab an, er habe Zemasch ersucht, wegzugehen und die Unterlagen von Tomic in Ruhe zu lassen sowie Tomic aufgefordert, sich an die Geschäftsordnung zu halten. Das Verhalten entspreche nicht dem üblichen Stil einer Arbeitervollversammlung, sagte Loidl. Er kündigte an, mit beiden Parteien zu sprechen und betonte, ein solcher Vorfall solle nicht mehr vorkommen.

Unterschiedliche Einschätzungen der Beteiligten

Tomic ordnete den Vorfall in einem Interview damit ein, dass er sich für sie in eine Reihe von Vorfällen ihr gegenüber einfüge. Solche Situationen lösten in ihr nach eigenen Angaben emotionale Betroffenheit aus. Sie bezog sich dabei auf frühere Erfahrungen von Ohnmacht und Ausgrenzung, die sie als schlimm bezeichnete, und sagte, sie erlebe dies weiterhin über die Arbeiterkammer Kärnten, die sie laufend diskriminiere und ausschließe.

Zemasch sprach im ORF-Interview von einer bereits länger herausfordernden Zusammenarbeit mit Tomic. Diese bringe aus ihrer Sicht ständig Geschichten in das Arbeiterparlament ein, die dort ihrer Ansicht nach nichts verloren hätten. Zemasch erklärte, sie sei emotionalisiert gewesen und sei aufgestanden, um zu versuchen, Tomic von der Bühne herunterzubringen. Die Situation bezeichnete sie als peinlich.