Umbau und Kontroverse: Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung im Waldviertel
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Gesundheitsversorgung im Waldviertel wird neu geordnet

Die Gesundheitsversorgung im Waldviertel wird umfassend neu aufgestellt. Die Neuordnung des niederösterreichischen Gesundheitssystems nimmt in der Region konkrete Formen an, insgesamt fließen fast 500 Millionen Euro in verschiedene Projekte.

Zentrale Bausteine sind der Ausbau der Schwerpunktkliniken in Horn und Zwettl sowie die geplante Umwandlung des Spitals in Gmünd. Diese geplante Schließung sorgt in Gmünd für Konflikte.

Ausbau des Landesklinikums Horn

Die beiden Schwerpunktkliniken Zwettl und Horn werden in den nächsten Jahren aus- und umgebaut. In Horn steht die größte Augenabteilung Niederösterreichs vor einem umfassenden Umbau. Sie ist derzeit auf drei Stockwerke verteilt, stößt an ihre Kapazitätsgrenzen und verzeichnet steigende Patientenzahlen, während die Untersuchungsräume knapp werden.

Die gesamte Augenabteilung soll künftig im Erdgeschoss gebündelt werden. Dadurch sollen die Wege für Patientinnen und Patienten verkürzt und Ressourcen geschont werden. Viele Eingriffe können in Horn bereits ambulant oder tagesklinisch durchgeführt werden.

Leiter der Augenheilkunde im Landesklinikum Horn ist Stefan Heiligenbrunner. Er verweist darauf, dass Strukturen und Spital noch von einer großen Bettenstation und einem kleinen Ambulanzbereich geprägt sind.

Mitte des nächsten Jahres soll die Urologie aus Waidhofen an der Thaya nach Horn übersiedeln. Die chirurgische und die urologische Abteilung in Horn sollen sich künftig einen neuen OP-Roboter teilen. Die Onkologie in Horn erhält zudem ein PET-CT-Gerät für eine verbesserte Diagnostik.

Nach Angaben von Elisabeth Bräutigam, Vorständin der Landesgesundheitsagentur, gibt es im Waldviertel derzeit kein PET-CT. Patientinnen und Patienten müssen für entsprechende Untersuchungen nach St. Pölten oder Wien fahren. Bräutigam zufolge sieht die Landesgesundheitsagentur eine Verbesserung für alle Menschen im Waldviertel, sobald das PET-CT in Horn installiert ist.

Zwischenlösung und Generalsanierung in Horn

Um Bauarbeiten bei laufendem Betrieb in Horn zu ermöglichen, wird die Verwaltung zunächst in ein Ausweichquartier hinter dem Krankenhaus übersiedeln. Dieses Ausweichquartier soll später für Ausbildungszwecke oder den betrieblichen Kindergarten genutzt werden können. In den Ausweichstandort hinter dem Spital Horn werden 90 Millionen Euro investiert.

Die anschließende Generalsanierung des Landesklinikums Horn wird weitere 330 Millionen Euro kosten. Laut dem kaufmännischen Direktor Franz Huber sollen auch für die Mitarbeitenden der Klinik adäquate Arbeitsbedingungen geschaffen werden. 1993 hatte das Landesklinikum Horn nach seinen Angaben 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum Zeitpunkt der aktuellen Planungen sind es weit über 1.000.

Die Ausbildungsstätten im Umfeld des Landesklinikums Horn brauchen laut Huber zusätzlichen Platz. Sie seien notwendig, damit sich Mitarbeitende vor Ort aus- und weiterbilden können und sollen dazu beitragen, dass Mitarbeitende am Standort bleiben.

Erweiterung in Zwettl und neue Aufgabenverteilung

Die Klinik in Zwettl ist derzeit stark ausgelastet, vor allem in der Orthopädie. In Zwettl sollen zwei neue Eingriffsräume entstehen und mehr Betten geschaffen werden. Ziel in der Region ist, tageschirurgische Eingriffe disloziert in Waidhofen oder im neu zu schaffenden Ambulatorium in Gmünd auszulagern, während schwerere chirurgische Eingriffe in Zwettl fokussiert werden.

Diese Ziele für die Verteilung der Eingriffe erläutert Andreas Reifschneider, Geschäftsführer der Gesundheit Waldviertel GmbH. Zwettl soll künftig auch Patientinnen und Patienten aus dem Raum Gmünd betreuen. In Gmünd sollen erst Veränderungen vorgenommen werden, wenn das Klinikum in Zwettl fertig ist.

Geplante Umwandlung des Spitals Gmünd

In Gmünd gibt es Widerstand gegen die geplante Umwandlung des Spitals in ein neu gebautes Ambulatorium mit tagesklinischen Operationsmöglichkeiten. Die Stadt Gmünd hatte zuletzt eine Klage gegen das Spitals-Aus erwogen. Der von der Stadt beauftragte Anwalt räumt dieser Klage jedoch keine Erfolgschancen ein.

Finanzierung und Versorgungssicherheit

In einem ersten Schritt werden 154 Millionen Euro in die Waldviertler Gesundheitsversorgung investiert. Insgesamt sollen fast 500 Millionen Euro in die Region fließen.

Landesrat Anton Kasser, zuständig für die Kliniken in Niederösterreich und Mitglied der ÖVP, betont, dass die Versorgungssicherheit trotz umfassender Umbauten im laufenden Betrieb immer gegeben sein wird. Nach seinen Angaben wird keine Struktur geschlossen, bevor die neue Struktur funktioniert.

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