Umfrage: Einstellungen der Österreicherinnen und Österreicher zu Atomkraft und Energiepolitik im Wandel
In einer aktuellen Online-Umfrage des Instituts Spectra zeigen sich veränderte Haltungen in Österreich zu Atomkraft, Energiepolitik und den Folgen der Energiekrise. Befragt wurden im April 1.000 Personen ab 18 Jahren, die laut Angaben repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ausgewählt wurden.
Demnach sehen viele Befragte die traditionelle Ablehnung der Atomkraft zunehmend kritisch und äußern zugleich wenig Vertrauen in die energiepolitische Kompetenz der Politik.
Atomkraft: Ablehnung wird hinterfragt
49 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Ablehnung der Atomkraft ein Luxus sei, den man sich zur Sicherung der Energieversorgungssicherheit in Europa nicht mehr leisten könne. Besonders deutlich fällt dieser Wert mit 57 Prozent bei den Unter-50-Jährigen aus. In der Gruppe ab 50 Jahren vertreten 43 Prozent diese Ansicht.
Gleichzeitig befürchten 49 Prozent, dass die Energiewende ohne konventionelle Backup-Kraftwerke wie Gasturbinen oder grundlastfähige Kraftwerke – etwa mit fossilen Energien oder Atomkraft – zum Scheitern verurteilt sein könnte. Etwa zwei Drittel der Befragten haben keine oder kaum Bedenken, dass die österreichische Stromversorgung durch die steigende Zahl von Wind- und Sonnenenergieanlagen in Mitteleuropa instabiler werden könnte.
Sorge vor Blackout, geringes Vertrauen in Politik
61 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Politik das Risiko eines flächendeckenden Blackouts massiv unterschätzt. Nur 30 Prozent vertrauen darauf, dass die Bundesregierung die Energieversorgungssicherheit bis 2030 ohne Wohlstandsverlust garantieren kann.
76 Prozent befürchten, dass die hohen Energiekosten in Österreich mittelfristig zu Deindustrialisierung und zum Verlust von Arbeitsplätzen führen werden. Insgesamt wird das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik in Energiefragen als gering eingeschätzt.
Gründe für unsichere Versorgungslage bei fossilen Brennstoffen
Die unklare Versorgungslage bei fossilen Brennstoffen führen 88 Prozent der Befragten auf die geopolitische Lage zurück. Ebenfalls 88 Prozent schreiben dafür der unberechenbaren Politik von Spitzenpolitikern außerhalb der EU eine Hauptverantwortung zu.
86 Prozent machen die Profitgier der Energiekonzerne mitverantwortlich, 77 Prozent den zu langsamen Ausbau alternativer Energien. Für 67 Prozent spielen zudem die Russland-Sanktionen bei der angespannten Versorgungslage eine Rolle.
Kritik am Merit-Order-Prinzip
Das derzeitige Merit-Order-Prinzip auf den Energiemärkten stößt bei 69 Prozent der Befragten auf Ablehnung. 14 Prozent verteidigen dieses System. Ein weiterer Anteil der Befragten gab an, dazu keine Meinung zu haben.
Reaktionen auf Energiekrise und hohe Preise
Angesichts steigender Treibstoffpreise versuchen 44 Prozent der Befragten, spritsparend zu fahren. 33 Prozent fahren nach eigenen Angaben weniger mit dem Auto, 23 Prozent nutzen verstärkt Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften.
Für 12 Prozent schlagen die höheren Kosten so stark zu Buche, dass sie sich bei anderen Ausgaben einschränken müssen. 10 Prozent sehen sich nach anderen Antriebsarten um. Laut Umfrage passt sich die Generation 50-plus in ihren Gewohnheiten stärker an die Energiekrise an als jüngere Menschen.
Insgesamt zeichnet die Erhebung ein Bild, in dem die Ablehnung der Atomkraft in Österreich im Wandel ist und gleichzeitig Skepsis gegenüber der politischen Steuerung der Energieversorgung und der Kostenentwicklung überwiegt.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








